"Campus On Tour"
Wenn der Wein seine Geschichte erzählt

Vom Weinberg ins Glas im Schnelldurchlauf: Tiefe Einblicke und viel Wissenswertes erfuhren rund 150 Gastronomen aus ganz Deutschland beim Besuch des Weinbauversuchsbetriebes der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. „Campus On Tour“ – auf ihrer ganz besonderen Genuss-Entdeckerreise quer durch Bayern machten die Gastro-Experten und Hoteliers des Service-Bundes aus Lübeck auch an der LWG halt und informierten sich über den fränkischen Weinbau, aktuelle Forschungsansätze und ließen sich bei einer begleitenden Weinprobe von den Vorzügen des flüssigen Goldes aus Franken überzeugen. „Jeder Wein hat seine ganz persönliche Geschichte: Von der anstrengenden Ernte per Hand im Steilhang über die nicht ganz alltägliche Reife im Muschelkalkfass – Weingenießer möchten die Handarbeit schmecken und die Geschichten hinter den Trauben kennen“, so Dr. Hermann Kolesch, Präsident der LWG, bei seiner Begrüßung.

Neue Wege bestreiten

Neben der fachlichen Beratung der Weinbaubetriebe sowie dem Wissenstransfer in der Ausbildung des Winzernachwuchses an der Staatlichen Meister- und Technikerschule steht das Institut für Weinbau und Oenologie vor allem für angewandte Forschung. So bewirtschaften die Mitarbeiter des Lehr- und Versuchskellers über 20 Hektar Rebfläche und bauen jährlich knapp 100.000 Liter Wein aus. Mit den Produktlinien „New“ (junge, unkomplizierte Weine), „Tradition“ (fränkische Klassiker wie Silvaner und Weißburgunder) sowie der Premiumlinie „Explore“ (u. a. Silvaner, Sauvignon blanc, Spätburgunder und Traminer) bildet der Versuchsbetrieb das Produktportfolio eines Weinbaubetriebes ab. „Im Wein liegt nicht nur die Wahrheit, sondern eine ungeahnte Vielfalt. Wir möchten die Qualität im Weinbau sichern und mit unseren Produkten vielmehr aber auch ein Vorreiter sein“, betonte Johannes Burkert, stellvertretender Arbeitsbereichsleiter Oenologie. Neue Wege geht die LWG beispielsweise mit dem Weinausbau im Betonei, im Muschelkalkfass oder der georgischen Tonamphore (Qvevri).

Blick hinter die Kulissen

Bei einem Rundgang durch den Versuchskeller erhielten die Entscheidungsträger aus Gastronomie und Hotellerie spannende Einblicke in die „Black Box“ des Weinbaus. Die wissbegierigen Fachbesucher wandelten dabei auf den ´Spuren der Trauben´ von Kelterhalle, über den Weinkeller bis hin zur Abfüllanlage und Showroom. Eines wurde beim Rundgang besonders deutlich: Trotz modernster Anlage und Hightech-Einsatz ist der Weinbau nach wie vor echte Handwerkskunst, die ihren entscheidenden Anfang im Weinberg nimmt. „Die Qualität, die wir am Ende haben, wächst im Weinberg“, so Johannes Burkert. Die Aufgabe der Oenologie, also das Keltern und der Ausbau des Weines im Rahmen der Kellerwirtschaft, liegt vielmehr darin, diese Qualität zu erhalten und dem Wein einen letzten Feinschliff zu verleihen.