Drosophila suzukii
Monitoring der Kirschessigfliege in Franken

Seit 2011 läuft in Franken ein Monitoring zur Kirschessigfliege, dabei wird über Essigfallen der Flug der Tiere überwacht und durch Eibonituren der Befall festgestellt. Die Daten werden regelmäßig – meist im wöchentlichen Rhythmus – erfasst und zeitnah über diese Seite veröffentlicht. Die Fallenstandorte befinden sich in oder am Rande von Rebanlagen.

Sommer 2017

Fallenfänge und Eiablagen

Lagenabhängige rasch ansteigende Eiablagen in Dornfelder, Cabernet Dorsa, Domina, Schwarzriesling, Spätburgunder. Anlagen kritisch und eng überwachen!

Seit 2016 beteiligen wir uns an der Monitoringseite des Julis-Kühn-Instituts (JKI). Dort sind die Flugzahlen der Kirschessigfliegen in den verschiedensten Kulturen einsehbar. Die Fallenstandorte umfassen neben Weinbergen auch deren Ränder und potentielle Überwinterungsquartiere.

Drosomon - Kirschessigfliegen-Monitoring [Externer Link] Externer Link

Erläuterungen zu den fränkischen Standorten finden Sie in der folgenden Tabelle
Tabelle zu den Fallenstandorten in Drosomon
trap name = Fallenname Fallenstandort (Falle in Rebflächen = fett)
LWG_CAS 01 Castell Hecke
LWG_GUE 01 Güntersleben Cabernet Dorsa
LWG_HIM 01 Himmelstadt Cabernet Dorsa
LWG_HIM 02 Himmelstadt Cabernet Dorsa mit hoher Begrünung
LWG_HIM 03 Himmelstadt Domina
LWG_HIM 04 Himmelstadt Rondo
LWG_HIM 05 Himmelstadt Kirsche am Waldrand unten
LWG_HIM 06 Himmelstadt Kirsche am Waldrand oben
LWG_HIM 11 Himmelstadt Ligusterhecke
LWG_HIM 12 Himmelstadt Wildkirsche
LWG_HIM 13 Himmelstadt Kiefer
LWG_HIM 14 Himmelstadt Zaun am Waldrand
LWG_HIM 15 Himmelstadt Hackschnitzelhaufen am Waldrand
LWG_RBA 01 Retzbach zwischen Spät- und Grauburgunder
LWG_RST 01 Retzstadt Tresterhaufen
LWG_RST 02 Retzstadt Portugieser
LWG_SIH 01 Sickerhausen Dornfelder
LWG_THU 01 Thüngersheim Brombeerhecke
LWG_THU 02 Thüngersheim Stutel Zwetschge
LWG_THU 03 Thüngersheim Stutel Goji
LWG_THU 04 Thüngersheim Waldrand unten
LWG_THU 05 Thüngersheim Waldrand oben
LWG_THU 06 Thüngersheim Scheune
LWG_THU 07 Thüngersheim Miscanthus 1 am Seeufer
LWG_THU 08 Thüngersheim Miscanthus 1
LWG_VHH 01 Veitshöchheim Holunder
LWG_VHH 02 Veitshöchheim Frühburgunder
LWG_VHH 03 Veitshöchheim Hecke bei Frühburgunder
LWG_VHH 04 - 08 Veitshöchheim -Versuch
LWG_VHH 09 - 14 Veitshöchheim Versuch mit JKI zur Überwinterung
LWG_VOL 01 Volkach Silvaner

Winter 2016 / 2017 (bis Mitte Mai)

Während des Winters in 45 Fallen, die wöchentlich gewechselt wurden, vereinzelte Funde von Drosophila suzukii.

Sommer 2016

Betreuer der Monitoring-Standorte

  • RSW = Rebschutzwarte und weitere Melder
  • LWG = Fallen des Amtlichen Rebschutzdienstes
Herzlichen Dank an alle, die am Monitoring 2016 mitgeholfen haben!
Herzlichen Dank an alle, die am Monitoring 2016 mitgeholfen haben!

Winter 2015/2016 (bis Mitte Mai)

Während des Winters in 45 Fallen vereinzelte Funde von Drosophila suzukii.

Sommer 2015

Standort Standort-Zusatzinformation Betreuer Bemerkungen zu D. suzukii
KW = Kalenderwoche
Übersicht Eiablagenbonitur Trauben LWG ab KW 37 vereinzelt Eiablagen in Proben von empfindlichen Rebsorten; ab KW 42 Eiablagen in Geiztrauben
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Altmannsdorf Dornfelder RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Castell Regent LWG KW 36 bis 39 geringe Fallenfänge und Eiablagen
Dingolshausen u.a. Domina RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Eußenheim u.a. Dornfelder RSW KW 30 bis 36 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Gössenheim Schwarzriesling RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Großheubach u.a. Cabernet Dorsa RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Güntersleben Cabernet Dorsa LWG KW 32 bis 45 Einzelfänge, ab KW 39
Eiablagen in Geiztrauben
Hammelburg Spätburgunder / Regent RSW KW 34 bis 37 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Heidingsfeld RSW keine Fallenfänge
Himmelstadt Cabernet Dorsa LWG KW 33 bis 45 Fallenfänge; ab KW 37 Eiablagen
Himmelstadt Domina LWG KW 36 bis 45 geringe Fallenfänge; ab KW 38 vereinzelte Eiablagen (erst in überreifen Trauben)
Himmelstadt Rondo LWG KW 35 bis 42 Fallenfänge; KW 37 geringe Eiablagen, KW 42 in Geiztrauben
Hoheim Acolon LWG KW 35 Einzelfang, aber keine Eiablagen
Homburg Acolon LWG KW 34 geringe Fallenfänge, aber keine Eiablagen
Iphofen Portugieser RSW KW 36 bis 39 geringe Fallenfänge, aber keine Eiablagen
Karlstadt Dornfelder / Spätburgunder RSW KW 30 bis 35 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Klingenberg u.a. Regent LWG / RSW KW 25 bis 41 Fallenfänge, aber keine Eiablagen
Lengfurt u.a. Frühburgunder RSW KW 33 bis 37 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Marktheidenfeld u.a. Regent RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Nordheim Frühburgunder / Regent RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Obereisenheim Dornfelder RSW KW 33 bis 36 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Randersacker RSW KW 30 bis 33 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Retzbach Spätburgunder / Grauburgunder LWG KW 23 bis 45 Fallenfänge, KW 32 Eiablagen nur in Geiztrauben
Retzstadt Portugieser LWG KW 35 bis 42 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Röttingen u.a. Tauberschwarz RSW KW 31 bis 38 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Seinsheim Traminer / Regent RSW weder Fallenfänge noch Eiablagen
Sickershausen u.a. Dornfelder LWG KW 28 bis 45 geringe Fallenfänge
Sommerach Regent RSW KW 30 bis 37 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Sommerhausen u.a. Dornfelder LWG / RSW KW 32 bis 42 Fallenfänge; KW 35 geringe Eiablagen, KW 37 bis 38 hohe Eiablagen
Sulzfeld Regent LWG KW 36 bis 42 geringe Fallenfänge, aber keine Eiablagen
Tresterhaufen LWG keine Fallenfänge (auch an neuem Trester)
Veitshöchheim Frühburgunder LWG KW 33 bis 36 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Volkach Silvaner LWG KW 32 bis 45 geringe Fallenfänge, aber keine Eiablagen
Wasserlos u.a. Blauer Silvaner RSW KW 37 bis 38 Fallenfänge
Wiesenbronn u.a. Portugieser RSW KW 29 bis 33 Einzelfänge, aber keine Eiablagen
Wipfeld Domina / Regent / Traminer RSW KW 36 bis 40 geringe Fallenfänge, aber keine Eiablagen
Würzburg u.a. Regent RSW KW 32 Einzelfänge, aber keine Eiablagen

Winter 2014/2015 (bis Mitte Mai)

Standort weitere Standortinformationen Aktuelles Monitoringergebnis 2015 zu Drosophila suzukii
KW = Kalenderwoche
Castell Garten mit Beerenobst und Hausrebstock keine Fänge bis 18. Mai
Güntersleben Hecke und Rebfläche 1 Weibchen + 1 Männchen in KW 3+4, sonst
keine Fänge bis 18. Mai
Himmelstadt Rebfläche - Cabernet Dorsa keine Fänge bis 18. Mai
Himmelstadt Waldrand nahe Domina-Rebfläche 3 Tiere in der 1. KW, je 1 Weibchen in der 2. und 8. KW, sonst keine Fänge bis 18. Mai
Himmelstadt Baumkrone nahe Domina-Rebfläche 1 Weibchen in KW 8, sonst
keine Fänge bis 18. Mai
Klingenberg Waldrand, Hecke nahe Rebterrassen keine Fänge bis 24. März
25. März - 7. April 1 Weibchen
Retzbach Hecke und Rebfläche keine Fänge bis 18. Mai
Retzstadt Hecke und Rebfläche keine Fänge bis 18. Mai
Sommerhausen Baumkrone nahe Reben und Kirschen je 1 Weibchen in KW 1+2 und KW 4
keine Fänge bis 8. Mai
Thüngersheim Waldrand nahe einer Obstanlage 1 Weibchen in 8. Kalenderwoche , sonst
keine Fänge bis 18. Mai
Thüngersheim Scheune nahe Obst- und Rebanlage 1 Weibchen in 20. KW
Tresterhaufen keine Fänge bis 18. Mai
Volkach Rebanlage 1 Weibchen in KW 6, sonst
keine Fänge bis 18. Mai

Sommer 2014

Im Jahr 2014 wurden Ei-Bonituren in Anlagen mit Verdacht auf Befall oder in Nachbarflächen neben nachgewiesenen Befällen durchgeführt. Aufgeschlüsselt finden Sie diese nach Rebsorte, Standort, Datum der Probennahme im untenstehenden Link. Die Angaben beziehen auf die Anzahl Beeren, die mit Eiern belegt waren, bei einer Probengröße von 50 Beeren.

Mit einem Rahmen markiert sind späte Probennahmen im Oktober. Die leuchtend gelbe Farbe zeigt an, dass ein Ei oder mehr gefunden wurde.

Ergebnisse der Eiablagebonituren / Stand 28.10.2014 pdf 424 KB

Nachweis der Kirschessigfliege in der Rebanlage

Um zu überprüfen, ob Kirschessigfliegen in den Weinberg einfliegen bzw. sich dort aufhalten, können Köderfallen aufgehängt werden. Wichtig ist, dass mit Hilfe der Fallen nur die Anwesenheit jedoch kein Befall nachgewiesen werden kann. Die Fallen dienen der Überprüfung des Vorhandenseins der Kirschessigfliege, nicht zur Bekämpfung. Bei Massenfang müssen die Fallen in maximal zwei Metern Abstand rund um die Anlage hängen.

Beobachtungsformular für Fallenfänge und Eiablagen pdf 203 KB

Nachweis der...

Plastikbehälter mit rotgefärbter Flüssigkeit hängt an einer Schnur in einer RebzeileZoombild vorhanden

Selbstgebaute Kirschessigfliegenfalle

Lichtdurchlässige Plastikbecher mit Deckel oder Plastikflaschen einseitig (zum einfacheren Umschütten der Fangglüssigkeit) und nur im oberen Bereich mit etwa zehn Löchern mit einem Durchmesser von zwei bis drei Millimetern versehen. Dunkelrote Aufkleber können als zusätzlicher Anreiz aufgeklebt werden. Apfelessig und Wasser im Verhältnis 1:1, dazu ein Schuss Rotwein zur Farbgebung und ein Tropfen Spülmittel zur Reduzierung der Oberflächenspannung etwa drei bis vier Zentimeter hoch in das Fanggefäß füllen. Die Köderfalle im beschatteten Bereich der Traubenzone aufhängen. Je nach Informationsbedarf nach einem Tag, spätestens einer Woche die Fangflüssigkeit wechseln. Fangflüssigkeit über ein Sieb abgießen (Flüssigkeit auffangen!!), Fänge in ein Gefäß mit Wasser überführen und mit einer Lupe nach Männchen (Flügelflecke) suchen. Oder Fangflüssigkeit über ein Sieb und darin liegendes weißes Tuch abschütten und Fänge auf dem Tuch auswerten. Die Fangflüssigkeit niemals im Weinberg entsorgen, denn der Geruch lockt weitere Tiere an!!
Drosophila suzukii Eier auf RotweinbeerenZoombild vorhanden

Pfeile deuten auf Atemanhänge der Eier

Ein Befall durch die Kirschessigfliege ist nur über die Bonitur auf Eiablage festzustellen. Die Eier der Kirschessigfliege auf den Beeren sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Das Weibchen öffnet die Beerenhaut und schiebt das Ei in die Frucht, nur die Atemanhänge des Eies schauen dann noch heraus und sind nur mit einer sehr, sehr guten Lupe (mind. 20fache Vergrößerung) zu erkennen. Typisch für die Kirschessigfliege sind besonders lange und dünne Atemanhänge, andere Essigfliegen haben kürzere und zudem verdickte Atemschläuche.

Für eine Eiablagebonitur 20 kleine Traubenteile zufällig über den Weinberg verteilt als Probe entnehmen. Diese Probe sollte aus einer Mischung von Spitze, Schulter oder Mitte der Traube bestehen und keine Geiztrauben enthalten. Aus den Traubenteilen eine Zufallsprobe von 50 Einzelbeeren mit Stielchen entnehmen und unter dem Stereomikroskop auf sichtbare Atemanhänge von Kirschessigfliegeneiern untersuchen. Die Anzahl der befallenen Beeren in 50 untersuchten Beeren bietet ein vergleichbares Maß für den Befall der Weinbergs. Eine exakte Schadschwelle kann derzeit noch nicht angegeben werden. Ergebnisse der Untersuchung mit Rebsorte, Weinlage und Datum (siehe Formular oben) an den Rebschutz übermitteln: rebschutz@lwg.bayern.de oder per Fax an 0931 9801 568

Bilder zur Probennahme

Blaue Traube mit Schere, die an der Traubenspitze zum Schnitt ansetzt

Entnahme von Traubenspitzen

Blaue Traube mit Schnitt der Schere an der Traubenschulter

Entnahme von Traubenschultern

Ablage des Traubenteils in Transportgefäß, Reibungen möglichst vermeiden

Transport

Drosophila suzukii Larve außen an der BeereZoombild vorhanden

Kirschessigfliegen - Larve ja oder nein?

Sind die Larven erst einmal geschlüpft und die Eihüllen vertrocknet, können die Larven nicht mehr eindeutig als Kirschessigfliege bestimmt werden, da sie sich von den normalen Essigfliegen nicht unterscheiden lassen. In diesem Fall kann man, um die Art zu bestimmen, die befallenen Beeren in einem möglichst durchsichtigen Behälter mit feinen Luftlöchern auf einer dicken Lage Küchenpapier bei Raumtemperatur lagern und den Schlupf abwarten. Männchen können dann an ihren typischen Flügelflecken erkannt werden.

Weiterführende Informationen zur Kirschessigfliege