Pilzwiderstandsfähige Rebsorten
PIWI-International e.V. besucht LWG

Bioland-Weinbauberater Norbert Drescher führt die Gruppe von PIWI-International durch die Sommeracher Weinberge
40 Winzerinnen und Winzer aus 6 Ländern informierten sich vom 24. bis 27. August 2017 an der LWG und in fränkischen Weinbaubetrieben.
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten kommen mit weniger biologischem Pflanzenschutz aus. Das freut die Umwelt, des Winzers Geldbeutel und letztendlich auch die Weinfreunde. Der Verein wurde 1999 in der Schweiz gegründet und hat mittlerweile 400 Mitglieder aus 17 Ländern. Jedes Jahr im August wird für die Mitglieder eine Lehrfahrt in ein Weinbaugebiet angeboten. Diesmal ging es nach Franken insbesondere zur Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. An der LWG werden seit Jahrzehnten PIWI-Rebsorten versuchsweise angebaut und intensiv erforscht.

PIWI-Tafeltraubentag Groß-Umstadt

Tafeltraubenverkostung am PIWI-Tafeltraubentag
Der erste Tag der Lehrfahrt galt hauptsächlich den PIWI-Tafeltrauben, von denen derzeit etwa 100 Ha in Deutschland angebaut werden. In Groß-Umstadt trafen sich etwa 100 Fachbesucher zum „PIWI-Tafeltraubentag“ bei einer Bio-Tafeltraubenanlage. Programmpunkte waren: Erziehungssysteme, Führung durch die Anlage, eine umfangreiche Tafeltraubenpräsentation mit bewertender Verkostung und schließlich ein Tafeltraubenforum, wo aktuelle Themen wie Vermarktung, Düngung und Pflanzenschutz diskutiert wurden. Anschließend besichtigten die PIWI-Winzer den Anbau von PIWI-Rebsorten im extremen Terrassensteilhang vom Klingenberger Hohberg. Die dortigen Winzer stellten ihre PIWI-Weine vor und tauschten ihre Erfahrungen mit den Besuchern aus

Erfahrungsaustausch Anbau, Ausbau und Vermarktung

Nach der Mitgliederversammlung am zweiten Tag ging es in die PIWI-Versuchsanlagen der LWG zur Besichtigung und Weinverkostung. An der LWG werden diese Reben in normaler Spalier-Erziehung und im neuen „Minimalschnitt-System“ im Vergleich angebaut. Das Minimalschnitt-System erfordert nur ganz wenig Handarbeit und ist für flachere Weinlagen sehr gut geeignet. Mit PIWI-Rebsorten reduziert sich der Arbeitsaufwand durch den verminderten Pflanzenschutz bei diesem System nochmals. Am Abend konnten die PIWI-Mitglieder ihre mitgebrachten Weine vorstellen und sich über ihre Erfahrungen im Anbau, Weinausbau und Vermarktung austauschen.

Auf Entdeckungstour in Franken

Die beiden letzten Tage waren der Verein mit einem Reisebus im fränkischen Weinbaugebiet unterwegs und der Reiseleiter Weinbautechniker Josef Engelhart (LWG) zeigte ihnen an mehreren Stationen die typisch fränkische Weinlandschaft an der Mainschleife und im Steigerwald sowie den Staatlichen Hofkeller unter der Würzburger Residenz, einem der schönsten Weinkeller Europas. Themen wie der „sanfte Rebschnitt“, Umkehr-Erziehung im Biobetrieb, Naturweine und PIWI-Weinvermarktung konnten die Besucher bei mehreren Beispielbetrieben praxisgerecht erörtern. Zum Ende der Veranstaltung gab es noch eine fränkische PIWI-Weinprobe im Schloss Kirchschönbach mit der fränkischen Weinprinzessin aus Randersacker Klara Zehnder. Die PIWI-Mitglieder waren beeindruckt vom fränkischen Steillagen-Weinbau und der Vielfalt und der Qualität der fränkischen PIWI-Weine.