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Erdbeere: Pflege und Tipps zur köstlichen Frucht

Als beliebte Nasch-und Verarbeitungsfrucht stehen Erdbeeren in fast jedem Garten. Nach der Saison ist vor der Saison, denn jetzt im Juli stehen wichtige Pflegemaßnahmen und Neupflanzungen an. Experten der Bayerischen Gartenakademie geben dazu Tipps.

Erdbeere: Pflege und Tipps zur köstlichen Frucht

Einmaltragende Sommersorten

Die je nach Sorte und Region ab Anfang Juni bis Mitte Juli fruchtenden Sommersorten wie ‘Korona‘, ‘Tenira‘, ‘Polka‘ sollten nur zwei Jahre auf demselben Beet stehen bleiben. Ist diese Zeit vorüber, wird dieser Bestand geräumt, das Beet umgegraben und neu bestückt mit z.B. Salatpflanzen. Es kann auch eine Gründüngung oder Feldsalat gesät werden.
Ein gesunder, wüchsiger Bestand kann noch ein weiteres Jahr genutzt werden. Dann wird das Erdbeerlaub über dem Herzen der Erdbeerpflanze, das heißt etwa fünf Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Dies erfolgt nach der letzten Pflücke bzw. bis spätestens Ende Juli.
Nach dem Rückschnitt werden pro Quadratmeter 40 Gramm stickstoffbetonte Dünger wie Hornmehl oder aber auch Volldünger ausgebracht und flach eingearbeitet. Anschließend wird kräftig gegossen, was bei Trockenheit alle fünf bis sieben Tage mit ca. zehn Liter Wasser pro laufenden Meter wiederholt wird. Dies ermöglicht einen kräftigen Neuaustrieb des Bestandes, an dem bereits im Herbst die Blüten für das nächste Jahr angelegt werden.

Neupflanzung: was gilt es zu beachten?

Auf dem neuen Erdbeerbeet sollten vier bis fünf Jahre zuvor keine Erd- oder Himbeeren gestanden haben. Vor der Pflanzung empfiehlt sich drei Liter reifen Kompost pro Quadratmeter und auf dem Pflanzstreifen 40 bis 50 Gramm Hornmehl pro laufenden Meter einzuarbeiten. Der Neustart mit getopften Jungpflanzen aus Zukauf oder Eigenanzucht erfolgt Ende Juli bis Anfang August, damit diese über Herbst starke Stöcke und somit viele Blüten für das Folgejahr bilden können. Auf leichten, sandigen Böden empfiehlt sich vor allem bei heißer, trockener Witterung ausreichend zu wässern und zwischen den Pflanzreihen dünn mit angewelktem Rasenschnitt zu mulchen.
Ein späterer Pflanztermin führt hingegen zu einem geringeren Ertrag im kommenden Sommer. Sofern das geplante neue Erdbeerbeet noch belegt ist, sollten die Jungpflanzen zwischendurch in einen Balkonkasten gepflanzt werden. Dort können sie bis zur späteren Umsiedlung ins frei gewordene Erdbeerbeet bereits weiter wachsen.

Mehrmalstragende Erdbeeren

Sorten wie ‘Ostara‘, ‘Selva‘, ‘Mara de Bois‘ („Waldrotkäppchen2) tragen dreimal pro Jahr. Befinden sich bereits einmaltragende Sommersorten im Garten, kann man die ersten Blüten der mehrmalstragenden Sorten ausbrechen, sodass deren zweiter Flor und damit die Ernte im Juli stärker ausfällt. Ansonsten würden beide Erdbeertypen zur gleichen Zeit im Juni reifen. Das Laub der mehrmals, aber auch der dauernd tragenden, kleinfruchtigen Sorten wie ‘Rügen‘ oder ‘Alexandria‘ wird im Sommer nicht abgeschnitten. Hier wird vertrocknetes Laub im Frühjahr entfernt.

Besondere Erdbeerformen

Die kleinfruchtige, feinaromatische Sorte ‘Florika‘ bildet durch viele Ausläufer eine mehrjährige „Erdbeerwiese“ und gilt somit als naschbarer Bodendecker-Ersatz. Auf Balkonen werden gerne auch Erdbeeren in Hängeampeln bzw. „kletternd“ an Stäben gezogen. Dabei kommen mehrmalstragende Sorten zum Einsatz, deren Ausläufer wiederum fruchten.
In Balkonkästen und Beeten gleichermaßen werden auch pink- bis rotblühende, zugleich essbare Erdbeersorten allein oder zwischen Blumen bzw. Kräuter gepflanzt. Hier vereinen sich Zier- und Nutzwert auf ideale Weise.