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Artischocke und Cardy im Garten
1. September 2026
Artischocke und Kardonen, die auch Cardy genannt werden, sind immer etwas Besonderes im Garten. Wenn sie blühen, sind sie echte Insektenmagnete und stechen durch ihre Größe und Schönheit sofort ins Auge. Die Bayerische Gartenakademie stellt die Pflanzen vor.
Artischocke und Cardy im Garten
Genau! Artischocke und Kardonen, die auch Cardy genannt werden, sind immer etwas Besonderes im Garten. Wenn sie blühen, sind sie echte Insektenmagnete und stechen durch ihre Größe und Schönheit sofort ins Auge. Man kann sie wunderbar als Schnittblume für die Vase nutzen, sie eignet sich aber auch hervorragend als Trockenblume. Und wenn man sie lieber essen möchte, bietet die Artischocke eine leckere, essbare Blüte, bei der man den Blütenboden kochen und verzehren kann. Beim Cardy hingegen sind es vor allem die Blattstiele, die man genießt.
Das stimmt, dort wird die Artischocke traditionell über den Winter kultiviert. Im Erwerbsanbau wird sie meist einjährig gepflanzt und je nach Standort, ob im Folienhaus oder Freiland, von Januar bis März geerntet. Bei uns kann man sie aber auch in geschützten Lagen sehr gut anbauen und im Sommer ernten. Besonders gut gedeihen sie im Weinbauklima, also zum Beispiel hier bei uns in Veitshöchheim. Man kann sie einjährig anbauen, aber mit etwas Schutz auch über mehrere Jahre hinweg anbauen und ernten.
Die Artischocke liebt sonnige, humose und gut durchlässige Böden. Sie braucht einen sonnigen, windgeschützten Standort und möglichst feuchte, aber absolut staunässefreie Bedingungen. Mulchen hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Am besten entwickelt sie sich in Regionen mit einem langen, gemäßigten Frühling und genügend Boden- und Luftfeuchtigkeit. Trockenheiße Sommer sind hingegen weniger ideal.
Jungpflanzen sät man am besten Anfang bis Mitte März bei Zimmertemperatur aus. Nach der Keimung sollten sie bei rund 18 °C weiterkultiviert werden. Nach etwa fünf bis acht Wochen Vorkultur, sobald die Pflanzen drei bis fünf Laubblätter entfaltet haben, können sie ausgepflanzt werden. Wichtig ist, dass man sie vorher schrittweise an kühlere Temperaturen gewöhnt, also eine einwöchige Abhärtungsphase einplant. Im Weinbaugebiet ist eine Aussaat sogar schon ab Anfang bis Mitte Januar möglich. Was die Chance für Blüten im ersten Jahr entscheidend erhört.
In Weinbauklimaten pflanzen wir Mitte bis Ende April ohne Kulturvlies, in kühleren Regionen ist ein Schutz mit Vlies aber besser. Sobald die letzte Spätfrostgefahr vorbei ist, kann man ohne Abdeckung pflanzen. Da Artischocken viel Platz brauchen, sollte man beim mehrjährigen Anbau mit etwa 1 m² pro Pflanze rechnen. Bei einer einjährigen Kultur können sie etwas enger gesetzt werden, etwa auf 1/2 m² pro Pflanze.
Ein kleiner Winterschutz ist ratsam, am besten packt man sie etwas mit Laub oder Stroh ein. Auch größere Steine können um die Pflanze gelegt werden, um sie zu schützen. Der größte Feind ist aber die Nässe. Wenn die Pflanze geerntet wurde, bleiben hohle Stängel zurück, die wie ein Trichter wirken. Dort kann Wasser eindringen und die Wurzel zum Faulen bringen. Hier hilft eine Abdeckung oder ein Folienhaus, um die Pflanze in der feuchten Jahreszeit trocken zu halten.
Eine weitere Methode ist, die Pflanzen Ende Oktober oder Anfang November auszugraben und zurückzuschneiden. Man kann sie auch in einem unbeheizten Folienhaus überwintern, wobei die Neuaustriebe im Frühjahr trotzdem frostempfindlich bleiben. Die Wurzelstöcke sollten deshalb rechtzeitig aus dem Boden geholt und frostfrei gelagert werden. Aus dem Wurzelstock kann man zudem „Kindel“, also Neuaustriebe, schneiden und als Stecklinge bewurzeln. So erhält man kräftige Jungpflanzen, die schon im ersten Jahr Blütenköpfe bilden.
Beim mehrjährigen Anbau beginnt die Ernte Anfang bis Mitte Juli, etwa 17 bis 19 Wochen nach der Aussaat, die Erntezeit erstreckt sich dann über etwa sechs bis acht Wochen. Bei einer einjährigen Kultur, bei der die Aussaat Mitte bis Ende Februar durchgeführt wurde, beginnt die Ernte schon Anfang Juni. Die Knospen an den Haupttrieben sind zuerst erntereif und am größten, jüngere Knospen sind meist zarter. Ernten sollte man die Knospen fest geschlossen, solange die fleischigen Blätter noch prall sind. Im Kühlschrank sind sie etwa zwei Wochen lagerfähig, also am besten zügig verarbeiten.
Ja, Artischocken eignen sich grundsätzlich als Kübelpflanze, benötigen aber sehr große Gefäße, mindestens 20 Liter, damit sich das Wurzelsystem entfalten kann. Im Herbst sollten sie zurückgeschnitten und in kühlen, aber nicht zu feuchten Räumen überwintert werden. Daher ist der Keller meist nicht so gut geeignet.
Das stimmt, sie sind nicht ganz so frostempfindlich, haben aber trotzdem ähnliche Ansprüche an Temperatur, Boden und Platz. In begünstigten Regionen kann man sie ab Ende April direkt im Freiland säen. Dabei setzt man etwa drei bis vier Samen in etwa fünf cm tiefe Löcher pro Quadratmeter. Wer sie lieber in der Wohnung vorzieht, kann das im April tun also etwas später als bei der Artischocke. Auch hier gilt: Viel gießen und den Boden vor dem Auspflanzen mit Kompost verbessern.
In milden Regionen geht es oft ohne. Wenn du sie schützen willst, schneide die äußeren Blätter ab, lass nur die Herzblätter stehen und decke das Ganze mit Stroh oder Laub ab. Am besten stellst du ein kleines Regendach darüber, damit die Pflanze bei zu viel Feuchtigkeit nicht fault. Da Cardy und Artischocken Starkzehrer sind, empfiehlt es sich, im zweiten Jahr gut mit Kompost oder abgelagertem Pferdemist zu düngen. Brennnesseljauche ist hier ebenfalls ein super Mittel.
Die Blüten sind viel kleiner als bei der Artischocke und haben daher keinen so großen, essbaren Blütenboden. Bei ihr erntet man die unteren 30 bis 40 cm der Blattstiele. Die müssen allerdings erst „gebleicht“ werden, um die Bitterstoffe zu reduzieren, damit sie angenehmer schmecken. Ab September bindet man die Stauden locker zusammen und umhüllt sie mit Jutesäcken, Stroh, Mulchfolie oder Wellpappe. Man bindet sie so, dass sie wie eine kleine Palme aussehen und der obere Teil der Blätter noch herausragt. Nach zwei bis vier Wochen kann man sie ernten. Es gibt zwar Sorten, die weniger Bitterstoffe enthalten und kein Bleichen benötigen, aber der Prozess macht den Geschmack erst richtig perfekt. Vor dem Verzehr werden die Stängel, ähnlich wie beim Rhabarber, geschält und dann in Stücken gekocht oder in der Pfanne angebraten.
Ja, klar! Sowohl Cardy als auch Artischockenblüten lassen sich hervorragend trocknen. Wichtig ist, dass man sie bei trockenem Wetter schneidet, wenn die Blüte schon offen ist, damit keine Feuchtigkeit in der Blüte eingeschlossen wird und sie nicht fault. Wenn man sie dann einfach in der Wohnung trocknen lässt, verblasst das intensive Blau zwar etwas, aber sie bleiben sehr lange schön. Häufig öffnen sich die Blüten beim Trocknen sogar noch ein wenig, wodurch der Silberrand noch besser zur Geltung kommt. Die Stiele können Sie außerdem mit Materialien wie Buchs oder Wildem Wein umwickeln. So entsteht eine Art „Artischocken-Horn“, das gut austrocknet und eine großartige Herbstdeko ist.

