Gemüseblog
Meerrettich: Schärfe gegen Erkältung
8. Januar 2019

Winterzeit – Erkältungszeit? Nicht mit einer großen Meerrettichstaude im Garten. Meerrettich hat einen wesentlich höheren Gehalt an Sinigrin und anderen Senfölglycosiden als andere Kreuzblütler wie Rettich oder Kohlgewächse. Diese Scharfmacher lösen in niedriger Dosis Schleim in den Atemwegen, mit zunehmender Dosierung wirken sie antimikrobiell.

Im Unterschied zu anderen scharfen Exoten wie Ingwer, Chili oder Wasabi ist Meerrettich zwölf Monate im Jahr mit weniger Griffen aus dem Garten geholt, wo er „fast von selbst“ wächst.

Zur gelegentlichen Ernte setzen wir den Spaten einfach an einem kräftigen Blattbüschel im Randbereich der Staude an. Dann stechen wir möglichst tief mit einem sauberen Stich nach unten. Meistens befördert der Spaten dann ein mehrere Zentimeter langes und ausreichend dickes Wurzelteil zutage. Notfalls muss man ein zweites Mal zustechen. Hat man zu viel geerntet, lassen sich überzählige Wurzelteile über ein, zwei Wochen im Kühlschrank in einer geschlossenen Dose aufbewahren. Gerade im Winter, wenn der Boden zu gefrieren droht, entnimmt man größere Mengen für die nächsten Wochen.

Natürlich ist eine glatte, saubere Wurzel aus dem Gemüsehandel einfacher zu handhaben. Aber für den gelegentlichen Bedarf ist die Putzarbeit beim „wild“ gewachsenen auch nicht zu viel, es genügen ja geringe Mengen, zumal frisch geernteter Kren oft würziger ist als überlagerter. Einfach im Garten noch möglichst sauber abspülen, in der Küche schälen, fertig.

Beim Putzen schaut man nicht allzu nah auf seine Arbeit. Am besten spült man die Wurzel vor dem Schälen nochmals mit sauberem Wasser ab, reibt dann schnell mit „langem Arm“ und mischt dann sofort die weiteren Zutaten dazu, die am besten schon griffbereit daneben stehen. Gerade aus der frischen Wurzel verdunsten die Wirkstoffe schnell, die dann die Augen unangenehm reizen können. Die Mitarbeiter in der Meerrettich-Verarbeitung arbeiten mit Atem- und Gesichtsschutz (Gasmasken). Zuhause hat man vielleicht eine Schwimmbrille zur Verarbeitung größerer Mengen zur Verfügung.

Am liebsten ist uns „Semmelkree“ nach einem alten Familienrezept aus der Oberpfalz:

  • zwei Semmeln (frisch oder vom Vortag) in zwei Zentimeter große Würfel schneiden und in eine Schüssel geben,
  • Meerrettich darüber reiben (je nach Geschmack gut vier Zentimeter einer Stange),
  • ein Esslöffel Zucker darüber streuen,
  • ein bis zwei Tassen heiße Rinderbrühe darüber gießen.
  • Alles mit zwei Löffeln vermengen, wobei durchaus eine brockige Struktur verbleiben darf.