Gemüseblog
Sellerie im sehr langen Herbst
1. Oktober 2019

Sellerie stammt ursprünglich aus Flussniederungen entlang der Atlantikküste. Er liebt also leicht feuchte, fruchtbare Böden und wünscht auch heute noch eine temperiert feuchte Witterung, vor allem jetzt im Herbst. Wenn Sellerie bis jetzt kaum Golfballgröße erreicht hat, stand er vermutlich viel zu trocken.

An Düngung braucht Sellerie so viel wie Tomaten, also kurz vor der Pflanzung drei Liter Kompost je m² und 100 Gramm Hornmehl gut eingearbeitet. Diese Dünger kommen jedoch nur bei ausreichender Wasserversorgung in die Pflanze.

Die Tage werden jetzt zunehmend kürzer, die Nächte kühler. Große Regenfälle sind mancherorts ausgeblieben. Dort können wiederholte und durchaus auch ausgiebige Gießgaben bei Sellerie auch jetzt noch sinnvoll sein. Er legt nämlich immer noch zu, wenn die Voraussetzungen stimmen. Gedüngt werden sollte jetzt nicht mehr. Unser Sellerie auf der Schaufläche ist zum größten Teil gemulcht. Das heißt, der Boden ist mit sauberem Rasenschnitt oder mit Grünabfällen anderer Gemüse dünn bestreut. Wo es sehr viele Schnecken gibt (in Nordbayern sind sie sehr selten geworden) bleibt die Beetoberfläche meistens offen. Hier bewirken leichte, oberflächlich geführte Bewegungen mit einer Flachhacke (Rübenhacke), dass dem Boden mehr Luft zufließt und in der Folge Nährstoffreste im Boden zugunsten des Selleries mobilisiert werden.
Unser Sellerie soll möglichst lange stehen bleiben, für Reifnächte haben wir Vlies bereit gelegt. Nach derzeitiger Wetterprognose kann der Sellerie wahrscheinlich den ganzen Oktober über noch draußen bleiben. Zuerst ernten wir jetzt schon nach und nach Kümmerexemplare, die kräftigen und damit gut lagerfähigen Knollen kommen erst vor dem Wintereinbruch mit tieferen Temperaturen aus dem Boden. Dabei lassen wir möglichst viel Erde an den Knollen, das Laub wird nicht zu knapp abgeschnitten.
Die inneren, zarten Blättchen mit Stängel eignen sich übrigens ganz hervorragend für Bruscetta:

Zwei Tomaten, ca. 200 Gramm Selleriestängel und eine große Knoblauchzehe fein würfeln. Sellerie und Knoblauch in heißem Olivenöl unter umrühren anbraten, nach drei Minuten Tomatenwürfel zugeben, weiterrühren, nach Geschmack mit wenig Salz und/oder Pfeffer abschmecken, auf getoastetem Weißbrot servieren.