Gemüseblog
Kräuter im Spätherbst
2. Dezember 2020

Die meisten unserer Kräuter sind winterhart. Manchen können wir bei der Überwinterung helfen und zugleich auch nutzen, weiß die Leiterin der Bayerischen Gartenakademie.

Thymian

Thymian ist eigentlich weitgehend winterhart. Ich schneide mit der Gartenschere jetzt gerne die seitlichen Äste nahe an der Pflanze ab. Sie legen sich sonst oft auf den Boden und verschmutzen. Jetzt lassen sie sich abwaschen und dann im Haus trocknen. Dann reibe ich die Blätter ab und gebe sie in eine Vorratsdose, wenn sie wirklich völlig rappeldürr sind. Sitzt der Thymian im Balkonkasten, sollte man diesen mit Vlies oder Jute einpacken, damit er in winterlichen Hochdruck-Wetterlagen mit kalten Frostnächten und sonnigen Tagen nicht immer wieder durchfriert und auftaut. Am besten lässt man ihn auch nicht an der Südseite stehen, sondern stellt ihn direkt am Haus im Schatten auf.

Rosmarin

Rosmarin ist noch etwas empfindlicher als Thymian. Milde Winter wie in den letzten Jahren übersteht er aber auch im Freien, wenn er einen lockeren Boden ohne Staunässe hat. Rosmarin im Topf kann zwar zunächst draußen bleiben wie der Thymian, vor wirklich kalten Nächten mit unter acht Grad Frost stellt man ihn vorübergehend in einen Schuppen ein. Kommt er ins Haus mit etwas höheren Temperaturen, braucht er unbedingt Licht und ganz mäßig Feuchtigkeit. Unschön abstehende Astpartien kann man jetzt abschneiden, trocknen und dann die Nadeln abtrennen. Keinesfalls entfernt man alle Triebspitzen, weil er im nächsten Frühjahr genau dort blühen wird. Unser Rosmarin in Veitshöchheim hat sogar jetzt schon einige Blüten vorwitzig geöffnet.

Salbei

Der robuste Salbei darf im Garten stehen bleiben. In klaren Frostnächten stirbt zwar oft ein Teil der Blätter ab. Wer im Winter viel Salbei braucht, umsteckt seine Pflanzen mit Fichtenreisig und schützt sie so zumindest teilweise vor Kahlfrösten.

Minze

Auch Minzen sind frosthart, allerdings sterben sie oberirdisch vollständig ab. Wer auch im Winter frische Minze will, topft ein paar überzählige Rhizome (Wurzelsprossen) in Töpfe mit Geranienerde und holt sie nacheinander in einen hellen, temperierten Raum (12 bis 16 Grad) ans Fenster. Die Austriebe lassen sich immer wieder einmal kappen, für Nachspeisen oder duftige Getränke. Tee bereitet man im Winter am besten aus gut und schnell getrockneten Sommertrieben der Minze zu.