Gemüseblog
Mehr Licht
15. Dezember 2020

Um den 21. Dezember herum erleben Sie und auch Ihre Pflanzen die kürzesten und zugleich dunkelsten Tage des Jahres. Die Sonne erhebt sich auch mittags kaum über 15 Grad über den Horizont – im Juni sind es 60 Grad. Wer jetzt in der Küche (oder besser in einem etwas kühleren, ca. 16 Grad warmen Raum) Kräuter ziehen möchte, kauft sich am besten eine gute Lichtquelle.

Wer sich intensiver mit Leuchten für Pflanzen beschäftigen möchte, sollte ein paar der zunächst verwirrenden Messgrößen wie Lumen, Lux und Lichtfarbe kennen.

Eine der an Pflanzen angepasste Leuchten finden Sie im Blogbeitrag vom 8. Oktober 2019.

LED macht‘s möglich: Frische Kräuter auch im Winter

Schluss mit dem Lichtwirrwar

Lichtstrom

Der Lichtstrom einer Lampe, also ihre „Lichtleistung“, wird in Lumen (lm) gemessen. Z. B. eine alte Glühbirne mit 40 Watt sendet 400 Lumen aus, und zwar in alle Richtungen. Moderne Lampen leisten oft genauso viel, aber mit geringerem Stromverbrauch.

Lichtstärke

Die Lichtstärke in Candela (cd) gemessen beschreibt den Anteil des Lichtstroms, die eine Lampe in eine Richtung, bzw. in einen Raumwinkel aussendet. Entscheidend ist nämlich der Anteil des Lichtstroms, den die Lampe in Richtung unserer Pflanzen schickt. Weil moderne Leuchten zumeist (fast) ihre ganze Lichtleistung nur in eine Richtung strahlen, findet man die Messgröße Candela seltener

Beleuchtungsstärke

Bei den Pflanzen wird die ankommende Beleuchtungsstärke in Lux (lx) gemessen. Ist das zu wenig, lässt sich die Beleuchtungsstärke in Lux mit einer leistungsfähigeren Lampe ebenso beheben wie mit einer Annäherung der Lichtquelle zu den Pflanzen. Die Beleuchtungsstärke in Lux sinkt um das vierfache ab, wenn man die Lampe in doppelter Entfernung aufstellt. Daraus folgt auch: Wenn ich eine Pflanze weg vom Fenster in den Raum hole, erhält sie schnell um ein Vielfaches viel weniger Licht.

Farbtemperatur

Sowohl für unser Auge wie für Pflanzen ist die Farbtemperatur in Kelvin wichtig. Auf der Sonne herrschen 5778 K, durch Brechungsverluste hat Tageslicht noch über 5300 K und ist weiß. Neutralweiße Lampen haben um 4000 Kelvin, warmweiße Lampen unter 3300 Kelvin. Alte Glühbirnen (glühender Wolframdraht) haben um 2000 K, eine Kerzenflamme um 1500 K. Vorstellen kann man sich das, indem man sich ein Stück heißes Eisen vorstellt, das zunächst rötlich, dann gelblich und bei noch weiter steigender Temperatur gelblich-weiß glühend wird.

Wellenlänge

Die Farbtemperatur weißlich erscheinender Leuchten setzt sich zusammen aus dem Spektrum der von der Lichtquelle erzeugten Einzelfarben mit ihrer jeweils spezifischen Wellenlänge. Rotes Licht hat eine Wellenlänge über 630 nm (Nanometer), blaues von unter 480 nm. Dazwischen liegen die anderen für unser Auge sichtbaren und aufnehmbaren Farben orange, gelb und grün. Wir nehmen eine Lampe als nahezu weiß wahr, wenn sie alle Wellenlängen aussendet, für die unser Auge empfänglich ist (längere Wellen als 710 und kürzere als 380 nm sehen wir nicht). Unter einer solchen Beleuchtung können wir alle Farbtöne z.B. einer Blüte fast wie bei Tageslicht wahrnehmen. Eine scheinbar weiß leuchtende Lampe kann aber auch zB viel hellrot und Blau, aber kein gelb abstrahlen. Unter einer solche Lampe nehmen wir Farbtöne einer Blüte anders als bei Tageslicht wahr. Früher musste man beim Kleidungskauf auch manchmal auf die Straße, um die richtige Farbabstimmung vornehmen zu können, wenn die Ladenbeleuchtung eben nicht alle Farben gleichmäßig enthielt. Pflanzen brauchen zum Wachstum vor allem rotes Licht (bis in den unsichtbaren Bereich hinein) und zusätzlich auch blaues um etwa 480 nm. LED-Lampen für Pflanzen sollten in diesen Bereichen besonders leuchtstark sein. Für unser Auge erscheinen sie oft rosa-violett.