Gemüseblog
Vorräte nutzen
13. Januar 2021

„Unsere klassischen Wintergemüse sind konservierte Sommer-Sonnenenergie“, schwärmt Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie.

Farbenfrohe Gelbe-Rüben-Gemüse zeugen vom angesammelten Carotin und anderen Vitaminen, süße Pastinaken erinnern an lange Sommertage. Und übrigens hilft uns gerade eine gemüsereiche Kost dabei, die kleinen Sünden an den Feiertagen mit zu viel Ungesundem wieder auf angenehme Art auszugleichen.

Am besten braucht man jetzt alle Vorräte zügig auf. Meistens sind unsere Lagerräume im Haus viel zu warm. Dadurch kommen Kartoffeln und Wurzelgemüse kaum zur Ruhe. Sie bräuchten Temperaturen unter 8 Grad, die Rüben eher um 2 Grad. Daher ist es am besten, einfach alles öfter durchzusehen und schnell aufzubrauchen. Etwas größere Mengen lagert man in Kisten oder auch in großen Eimern oder Wannen im Freien – vor Sonne, Regen und Mäusen geschützt, die Nähe an einer Hauswand und eine zusätzliche Abdeckung mit dickem Vlies sorgt für Frostschutz in Reifnächten, eine lose Abdeckung der Wurzeln mindert Verdunstungsverluste. Von Oktober bis Januar pendeln die Temperaturen oft nur wenig um den Gefrierpunkt. Das Ganze wird natürlich laufend überwacht und durchsortiert. Zu empfehlen ist es, kleine Wurzeln schneller zu verbrauchen, weil sie eher welken. Ansonsten kommt es leider gar nicht so selten vor, dass vertrocknete oder auch verfaulte Vorräte im Frühjahr auf den Kompost wandern – schade um die ganze Arbeit.

Auch für Eingemachtes wie für Eingefrorenes gilt: Schnell aufbrauchen. Die Erbsen müssen nicht bis zur neuen Ernte ab Juni reichen. Wir können fehlendes jederzeit im Laden kaufen.

Im modernen Hauskeller schaffen es Kartoffeln oft nur bis Weihnachten, dann treiben sie aus. Wer Kartoffeln bis zum Pflanzen im Frühjahr aufbewahren will, sollte dies in einem sehr kalten Raum unter 5 Grad tun. Das kann z.B. die Garage sein – doch Vorsicht, wenn längere Außenfröste auch zu Minustemperaturen in diesem Lagerraum führen können. Kartoffeln verändern sich bereits unter 3 Grad plus, es wird ein Teil der Stärke in Zucker umgewandelt. Da muss man die Kartoffeln notfalls und rechtzeitig für wenige Wochen anderswohin umquartieren.