Gemüseblog
Scharf auf Meerrettich - Heilpflanze des Jahres 2021
3. Februar 2021

Als echte Superfruit hat er es in sich! Meerrettich enthält viel mehr Sinigrin und andere Senfölglycosiden als andere Scharfmacher wie z.B. Rettich oder Kohlgewächse, weiß Marianne Scheu-Helgert, Gemüsefachfrau der Bayerischen Gartenakademie.

Die gesunden Senföle bringen uns nicht nur ins Schwitzen. Sie lösen in niedriger Dosis Schleim in den Atemwegen, mit zunehmender Dosierung wirken sie sogar antimikrobiell.

Frisch geriebener Meerrettich kann dem Modegewürz Wasabi sehr gut mithalten. Und viele teure Fertigprodukte mit dem werbewirksamen Hinweis „mit Wasabi“ bestehen in Wirklichkeit oftmals zum Teil aus Meerrettich, manchmal sind sogar noch Farbstoffe beigefügt, um die bei Meerrettichzusatz natürlich fehlende oder zu geringe Grün-Färbung durch den verminderten und eigentlich viel teureren Wasabi-Anteil zu ersetzen.

Warum also nicht gleich die im eigenen Garten problemlos wachsende Würzpflanze nehmen? Man kann sie übrigens auch aus einem Teilstück einer gekauften Stange gewinnen, die man einfach in eine Saatschale mit Aussaaterde einlegt. Dann bilden sich Wurzeln und Blätter.

Als Standort sollte eine sonnigen, von Mauern oder Wegen eingegrenzte, etwa ein Quadratmeter große Fläche vorhanden sein, wo der frostfeste Meerrettich viele Jahre lang verbleiben kann, sich dabei aber auch langsam ausbreitet. Mit einem Spaten kann man dann immer bei Bedarf ein Wurzelstück ausstechen. Wer so schöne Stücke „wie gekauft“ gewinnen will, braucht wie der Profi sandigen Boden und muss jährlich neu pflanzen und roden – und mit den Reststücken im Boden fertig werden, die noch jahrelang nachtreiben können. Ein sicherer Kompromiss kann auch der Anbau in großen Pflanzgefäßen sein.

Im Sommer treiben zwischen den kräftigen sattgrünen Blättern gut 1,20 m hohe, schneeweiße Blütenstände, die von zahlreichen Insekten besucht werden. Weil die Blätter im Spätsommer bei trockener Witterung oft durch Erdflöhe befallen werden und dann unansehnlich wirken, sollte Meerrettich eher im Hintergrund, nicht unmittelbar am Sitzplatz geplant werden.