Gemüseblog
Lauch – auch Prinz Charles liebt ihn
24. Februar 2021

Lauch hat, notfalls mit etwas Vliesabdeckung, besser noch unter Schnee, auch die kältesten, teils über -15 Grad kalten Nächte der letzten Tage im Garten gut überstanden. Mit den ersten warmen Tagen wird er austreiben, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Daher ist es besser, ihn schnell aufzubrauchen.

Leider ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Lauch mit weniger als 2 kg pro Jahr und vergleichsweise niedrig. Dabei ist Lauch reich an Vitaminen und Mineralstoffen, und er ist wie die meisten anderen Wintergemüse extrem umweltfreundlich. Wer jetzt 1 kg Tomaten kauft, verursacht einen CO2-Ausstoß, der einem Liter Sprit entspricht. Mit derselben Energie ließen sich 15 kg Lauch erzeugen – und selbst erzeugter Lauch ist noch umweltfreundlicher.

Das schwierigste beim Lauchanbau ist es, im Juni rechtzeitig an die Pflanzung von Winterporree zu denken. In guten Gartenböden wächst er dann „fast von selbst“ heran, um dann den ganzen Winter beerntbar zu bleiben (außer in Frostperioden).

Lauch ist seit Jahrtausenden ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Israeliten vermissten auf ihrer Flucht aus Ägypten nicht nur die sprichwörtlichen Fleischtöpfe, sondern auch Lauch, Zwiebeln und Knoblauch (vgl. 4. Mose 11). Lauch spielt in der nordischen Sagenwelt eine herausragende Rolle, auch Shakespeare erwähnt ihn mehrfach. Bis heute gehört Lauch zu den Nationalsymbolen für Wales, den der traditionsbewusste Prince of Wales zum St. Davidstag am 1. März bei öffentlichen Auftritten am Revers trägt! Wer’s nicht glaubt, gibt die drei Wörter „prince charles leek“ in eine Suchmaschine ein, und wählt dann die Rubrik „Bilder“. Wie einige Treffer zeigen, sind in den letzten Jahrzehnten die dekorativeren Narzissen, die vor der Blüte wie Mini-Lauch aussehen, bei manchen Volksfesten in Wales an die Stelle des Lauchs getreten. Nach wie vor sind aber Speisen mit viel Lauch Pflicht.

Lauchschnecken mit Gorgonzola-Soße (auch andere Käsesoßen passen)

Dazu 250 g geräucherten Schweinebauch (fein gewürfelt) mit wenig Butter anbraten, Streifen von drei Lauchstangen dazugeben und kurz dünsten, bis die Blätter weich werden. Pikanten, nicht süßen Hefeteig aus 750 g Mehl bereiten, nach zweimaligem Aufgehen zu einer rechteckigen Platte auswellen. Darauf die etwas abgekühlte und abgetropfte Lauchmasse streichen, Platte einrollen und in 3 cm dicke Scheiben schneiden. Scheiben mit etwa 2 cm Abstand auf ein gefettetes Blech geben, nochmals auf doppeltes Volumen aufgehen lassen, dann ca. 25 Minuten goldgelb backen. Mit Gorgonzolasoße (150 g Gorgonzola fein gewürfelt und 50 g Butter in 150 ml Milch aufkochen lassen) servieren.

Für vegetarische Schnecken ersetzt man den Speck durch gut in Butter angeröstete Zwiebelwürfelchen.