Gemüseblog
Dickes Sortiment bei Puffbohnen
10. März 2021

Dicke Bohnen oder Puffbohnen (Vicia faba) haben sich zum Geheimtipp entwickelt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Beide Namen klingen wenig attraktiv, sie bezeichnen aber eine geschmack- und gehaltvolle Gemüseart. Die eiweißreichen Bohnen sind nicht nur interessant für vegetarische Kost.

Traditionell werden die Bohnen von etwas angebratenem Speck begleitet. Wer großkörnige Sorten nach dem Blanchieren abschält, erhält dann die Grundlage für durchaus feine Gerichte.

Alle Bohnenfreunde sollten sich die pflegeleichte und zuverlässige Kultur gerne einmal in den Garten holen. Sie ist umso ertragreicher, je früher gesät wird, in milden Jahren oft schon im Februar, heuer eher ab März. Eine Vliesabdeckung bis zum Blütenbeginn beschleunigt das Wachstum. Der Trick: Im Frühsommer ist immer mit den Zuflug von Muttertieren der Schwarzen Bohnenlaus zu rechnen. Haben die Pflanzen den Fruchtansatz bereits geschafft und hinter sich, richtet die Bohnenlaus umso weniger Schaden an. Trifft die Laus auf blühende Pflanzen, kann sie sich bis zum Fruchtansatz überreich entwickeln.

Puffbohnen kommen im Reihenabstand 40 cm ins Beet, Kornabstand 8 cm, Ablagetiefe 3 bis 4 cm. Vorsicht: Mäuse holen sich gern einige der nahrhaften Körner.

„Meine Lieblingssorte ist die ‘Hangdown Grünkernig‘, mit sehr großem Korn, das auch beim Kochen appetitlich grün bleibt“, verrät Marianne Scheu-Helgert. Weißkernige Sorten haben meist etwas kleineres Korn, das beim Kochen unappetitlich verbräunt. Anbieter von Sortenraritäten (z.B. Dreschflegel) führen auch rot- und schwarzkörnige Sorten, allerdings mit kleinem Korn. Sie seien wirklich attraktiv beim Auspalen, nach dem Kochen aber nur blass gefärbt. Die grünkörnige Sorte ‘Karmesin‘ bzw. ‘Crimson Flowered‘ hat auffällig rote Blüten und bleibt im Wuchs niedriger als z.B.‘Hangdown‘.

Puffbohnen sind seit alters sehr beliebt an Niederrhein, wo sie in deftigen Eintöpfen serviert werden. Im Biolandbau spielen die eng verwandten Ackerbohnen eine große Rolle als robuste, früh einsäbare Leguminosen mit rasanter Jugendentwicklung. Sie dienen als Grüneinsaaten als Bio-Stickstoffversorger für die Folgekultur.