Gemüseblog
Vorsicht mit Folien und Vliesen
17. März 2021

Folien und Vliese sind im Gemüsebau unverzichtbar, wenn es um frühe und zarte Ernten geht, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auch in den nächsten Wochen soll es immer wieder Reifnächte geben. Unter einer Vliesabdeckung ist das für viele Frühkulturen kein Problem, zumal es tagsüber immer wieder ein paar Sonnenstunden geben soll, und die können unsere ersten Kulturen sehr gut brauchen.

Nun ist der Einsatz von Kunststoffen durchaus umstritten. Besonders problematisch ist der hohe Anteil an Kunststoffen, die nach einmaligem, oft wenige Minuten langen Gebrauch gleich wieder auf den Abfall wandern. Wer mit Folien und Vliesen sorgfältig umgeht, kann sie aber über viele Wochen, und dann auch über viele Jahre sehr sinnvoll einsetzen, sowohl im Frühjahr als auch wieder im Herbst mit seinen langen, milden Wochen, die aber ebenfalls wieder von Reifnächten durchsetzt sein können.

Das Verfrühungsvlies besteht aus 17 g sortenreinem Polypropylen je m². Mit 1 kg Vlies kann man also 58,8 m² Gartenbeete abdecken, und das mit gutem Nutzeffekt für viele Male über mehrere Jahre: Frühere, höhere, sicherere Ernten, deshalb weniger Einkauf, weniger Verpackung, weniger Transport. Zum Vergleich: Mit 1 l Sprit kann man mit einem schweren Fahrzeug gerade einmal 10 km weit fahren – und das nur einmal.

Zum sorgsamen Umgang gehört auch die sichere Befestigung, gerade bei windigem Wetter. Fliegen Folien zum Nachbarn, leiden sie oft nicht nur Schaden, sondern sorgen auch für Ärger. Fliegen sie auf die Straße, gefährden sie dort die Verkehrssicherheit – mit unangenehmen Haftungsfragen.

Folientunnel sollten daher rundum dicht und sicher beschwert, notfalls sogar zusätzlich mit Schnüren überspannt werden.

Gartencast vom März 2016: Vliese und Folien schützen und verfrühen