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Hinweise zur Düngung von Obstgehölzen im Garten

Santana reife Frucht

Obstbäume und -sträucher sollten nur mäßig mit Stickstoff versorgt werden. Wünschenswert sind „ruhige“ Bäume und Sträucher, die sich im Gleichgewicht zwischen vegetativem und generativem Wachstum befinden.

Folgen von Überdüngung mit Stickstoff sind:

  • Zu starkes Triebwachstum, während die Blüten- und Fruchtbildung zurückbleibt
  • Erhöhte Anfälligkeit für tierische und pilzliche Schaderreger, da Triebe, Blätter und Früchte bei beschleunigtem Wachstum weich bleiben
  • Frostschäden an unausgereiftem Holz
  • Anreicherung von Nährstoffen im Boden mit der Folge unharmonischer Nährstoffaufnahme

Düngung von neu gepflanzten Obstbäumen und Beerensträuchern

Da man den Erdaushub eines möglichst geräumigen Pflanzloches mit verrottetem Stallmist, Kompost oder Pflanzerde gut vermischt über die Wurzeln füllt, wird ein Teil des Nährstoffbedarfs aus diesen organischen Quellen geliefert. In den ersten 3 bis 4 Jahren wird die Pflanzstelle (Baumscheibe mit etwa 60 cm Durchmesser) jähr-lich mit 10 g Blaukorn Entec (14 % N, 7 % P2O5, 17 % K20) oder 15 g Hornoska (8 % N, 4 % P2O5, 10 % K2O) bestreut. Bester Zeitpunkt für diese Düngung ist An-fang April. In Blaukorn Entec wird ein Teil des Stickstoffes nur verzögert freigegeben. Die Gefahr der Nitratauswaschung ist damit, wie bei Hornoska, deutlich geringer.
Zur Unterdrückung von Unkräutern empfiehlt es sich, die Baumscheibe über den Sommer mit organischem Material zu mulchen. Da Wühlmäuse, die bevorzugt Wurzeln junger Bäume fressen, Schutz unter einer Abdeckung finden, soll der Mulch ab September weggeräumt werden.
Bringen Sie keine frischen Holzhäcksel in den Erdaushub mit ein oder auf die Baumscheibe junger Obstgehölze, da diese bei der Verrottung den Stickstoff aus dem Boden verbrauchen, der dann den Pflanzen fehlt. Dagegen können die Baum-scheiben älterer Bäume, die vorher gedüngt wurden, mit holzhaltigen Mulchmaterialien bedeckt werden. Bei Verwendung von reifem Kompost zur Düngung eines Obstbaumes oder Beerenstrauches reichen in den ersten Standjahren 1 bis 1,5 l pro Baum bzw. Strauch im Jahr. Damit ist der Phosphor- und Kalibedarf abgedeckt; es muss nur noch Stickstoff ausgebracht werden: pro Baum bzw. Strauch gibt man entweder 10 g Hornmehl (meist knapp 13 % N) oder 6 g Ammonsulfatsalpeter (26 % N).

Ältere Bäume und Sträucher im Vollertrag

Kleinkronige Obstbäume oder -sträucher stehen oft im Rasen oder in der Wiese ohne Baumscheibe. Da die Gräser Nährstoffe und Wasser entziehen, sind jedoch gerade hier größere Baumscheiben (ca. 1 m Durchmesser) mit Mulchabdeckung im Sommer sinnvoll. Dies trifft besonders auf Buschbäume von schwachwachsenden Veredlungsunterlagen zu, wie z. B. M 9, M 27, M 26 bei Apfel, Quitte bei Birne, Weiroot- und GiSelA-Unterlagen der Süßkirsche, St. Julien A oder 655/2 bei Zwetschgen. Gleichermaßen dankbar für eine Baumscheibe sind Halb- und Hochstämme, die auf starkwüchsigen, meist Sämlingsunterlagen stehen.
Steht Kompost zur Verfügung, werden bei Beerenobst jährlich 2 l auf die Baumscheibe (Durch-messer ca. 1 m) verteilt, bei Kern- und Steinobst 4 l. Für den zu ergänzenden Stickstoff ergeben sich folgende Werte.

Steinobst

  • Düngung mit organischen Düngern:100 - 140 g Hornmehl pro Baum Ende März bis Anfang April leicht einarbeiten
  • Düngung mit mineralischen Düngern: 50 - 70 g Ammonsulfatsalpeter pro Baum in 2 Teilgaben; die 1. Gabe Anfang April und die 2. Gabe Ende Mai