Gartentipp
‘Rondo‘ (S)/ „Rotes Paulchen®“ und Säulenapfelbäume für den modernen Garten
19. September 2016

Die Gartenflächen werden kleiner, da findet sich für einen großen Apfelbaum kein Platz mehr. Doch es gibt auch kleine Apfelbäume für kleine Gärten, erklären die Experten der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim.

Schwach wachsende Apfelbäume entstehen durch die Verwendung von Veredlungsunterlagen, die einen kleinen Baum ausbilden, was man vielleicht von den Apfelanlagen der Obstbauern kennt. Das ist dann mit jeder gewünschten Apfelsorte möglich. Eine andere Möglichkeit für sehr kleine Gärten sind sogenannte Säulenapfelbäume, die sogar in Kübeln auf Balkon und Terrasse kultiviert werden können.

Säulenapfelbäume

Die säulenartige Baumform ist durch eine Mutation, also eine Laune der Natur, entstanden. Es handelt sich dabei um einen kompakten Wuchs ohne längere Seitentriebe. Durch weitere Züchtungen sind inzwischen sehr wohlschmeckende und gleichzeitig robuste Sorten entstanden.
Da Säulenapfelbäume eintriebig wachsen und nur sehr kurze Seitentriebe ausbilden, können mehrere Bäumchen in Dreiertuffs oder in einer Reihe mit Abständen von nur 50 bis 60 Zentimetern gepflanzt werden. Sie bilden eine blühende, fruchtende Hecke mit Sichtschutz im Sommer aus. Diese auch als „Columnare“ bezeichneten Apfelbäume lassen sich ohne besonderes Fachwissen kultivieren. Der sonst übliche Pflanzschnitt entfällt. In den ersten sechs bis sieben Jahren muss die Baumhöhe aufgrund des kompakten Wuchses nicht eingekürzt werden. Sollte ein Seitentrieb länger wachsen, so wird er an der Mittelachse weggeschnitten.
Um eine gute Fruchtqualität und –größe zu erhalten, ist zu beachten, dass ein übermäßiger Behang bereits bis Mitte Juni vereinzelt werden muss. Das bedeutet: Mehrere Jungfrüchte im Fruchtbüschel werden auf einzeln angeordnete Äpfelchen ausgedünnt. Auch wenn dies dem Gartenliebhaber weh tun mag: Nur so werden Größe und Inhaltsstoffe der Früchte verbessert und vor allem auch regelmäßige Erträge gesichert.

Das „Rote Paulchen®“ bringt reiche Ernte

Zu den besten gehört das „Rote Paulchen®“ mit dem Sortennamen ‘Rondo‘. Diese Säulenapfelbaum-Sorte ist das „Obst des Jahres 2016“ der Interessengemeinschaft „Ihre RegionalGärtnerei“.
Einmal gepflanzt wächst das „Rote Paulchen®“ ohne großen Pflegeaufwand und die Ernte gestaltet sich kinderleicht: Der Erntezeitpunkt ist ab Mitte bis Ende September erreicht. Dann lassen sich die Äpfel mit einer leichten Drehbewegung von den Zweigen lösen. Bereits vom ersten Jahr an bringt die naturgesunde, schorftolerante Sorte gute Erträge. Die süß-säuerlichen Früchte haben ein leicht gelbliches Fruchtfleisch und verführen nicht nur Kinder zum Reinbeißen. Im Naturlager können die Früchte bis in den Januar hinein gelagert werden.
Frisch vom Baum gepflückt eignen sich die Früchte nicht nur für den sofortigen Verzehr, sondern haben auch hervorragende Backeigenschaften. Ob im Müsli oder Kuchen: Die süß-säuerlichen Äpfel des „Roten Paulchen®“ sind nicht nur für Obstliebhaber ein Genuss.