Gartentipp
Mit Blüten in die Weihnachtszeit und ins neue Jahr
5. Dezember 2016

Blühende Zweige an Weihnachten sind ein schöner Brauch. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie sie das Blütenwunder erleben können.

Die Fröste in den vergangenen Tagen und Nächten sind gute Voraussetzungen. Nutzen Sie die Gelegenheit und schneiden Sie passende Gehölze.

Barbara-Zweige

Traditionell werden am 4. Dezember „Barbara-Zweige“ geschnitten. Die Legende erzählt, dass sich im Kleid der heiligen Barbara ein Kirschbaumzweig verfangen hat, als man sie in den Kerker sperrte. Diesen Zweig hat sie mit dem Wasser aus ihrem Trinkgefäß versorgt und brachte ihn im dunklen Verlies zum Blühen. An ihrem Namenstag wird zu ihren Ehren der schöne Brauch gepflegt, Zweige von Gehölzen zu schneiden und sie ins beheizte Zimmer zu stellen.

Voraussetzungen für eine schöne Blüte

Wenn Sie den Barbara-Tag verpasst haben, ist es nicht zu spät. Gehölze in der freien Natur benötigen eine winterliche Ruhephase, um wieder auszutreiben und zu blühen. Der Frost der letzten Tage und Nächte war deshalb optimal, bevor Zweige für die Treiberei geschnitten werden. Fröste sorgen dafür, dass die Knospen gleichmäßig erblühen. Aus dem Winterschlaf wecken Sie die „Barbarazweige“ mit einem Wärmebad. Legen Sie dazu die Zweige für ein paar Stunden in die Badewanne mit warmem Wasser um 35 Grad Celsius.
Anschließend schneiden Sie dünne Zweige mit einem scharfen Messer an. Der Anschnitt sollte so lang und schräg wie möglich sein. Kräftigere Äste werden mit einem Hammer leicht angeklopft, so dass sich die Holzfasern leicht aufspalten. Unmittelbar danach stellen Sie die Zweige in handwarmes Wasser. Spätestens alle drei bis vier Tage sollten Sie das Wasser wechseln und die Vase reinigen. Bakterien könnten sonst die Leitungsbahnen verstopfen. Auch wenn die Lufttemperaturen nicht zu kalt sein dürfen, ein Platz neben der Heizung ist denkbar ungünstig. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit trocknen die Blütenknospen häufig ein.

Geeignete Gehölze

Im Grunde eignen sich fast alle winter- und frühlingsblühenden Gehölze. Beispielweise Forsythie, Kirsche und Apfel, Zierquitte, Zierformen von Pflaume und Kirsche, Schneeball und Winterjasmin lassen sich gut antreiben. Achten Sie vor dem Schneiden auf die Knospen am Trieb. Dicke Knospen bringen Blüten hervor, spitze und dünne Knospen dagegen Blätter.
Bis ins Frühjahr hinein können Sie Blütenzweige immer wieder neu aus dem winterlichen Garten in die Wohnung holen. Ganz nebenbei lichten Sie so Ihre Blütensträucher aus, verjüngen diese und fördern die Vitalität der Pflanze.