Gartentipp
Eigenes Gemüse auch noch im Spätherbst und Winter
11. November 2019

Gehen die Temperaturen gegen Null und kündigt sich Frost an, fragen besorgte Freizeitgärtner beim Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie nach, welches Gemüse noch im Garten stehen bleiben kann.

Die typischen Sommergemüse wie Tomate und Zucchini, die keine Kälte vertragen, sind schon lange abgeräumt. Doch Endivien, Mangold, Lauch und Co. stehen noch prächtig auf den Beeten.

Draußen ist besser als drinnen

Nur selten verfügen moderne Häuser über geeignete Vorratsräume für Lagergemüse. Von Vorteil sind deshalb Gemüsearten, die lange draußen bleiben und bei Bedarf geerntet werden können. Treten doch Fröste auf, helfen Vliesauflagen über diese Zeit hinweg. Wenn der Boden vor dem Auflegen feucht ist, gefriert das verdunstende Wasser an der Vliesunterseite, isoliert und schützt die Pflanzen. Erst bei stärkerem Dauerfrost werden sie komplett geerntet. Berücksichtigen Sie die jeweilige Frosthärte der Herbst- und Wintergemüse.

Typische Wintergemüse

Bei Grünkohl und Rosenkohl wird in der kalten Jahreszeit geerntet. Sie vertragen durchaus noch Temperaturen bis minus zehn Grad Celsius. Alte Rosenkohlsorten wurden im Geschmack milder, wenn es schon mal leicht gefroren hatte. Grünkohl ist mit seinen gekrausten Blättern zudem eine Augenweide im winterlichen Garten. Bei beiden Kohlarten gibt es außer den grünen auch rot-lila Sorten.
Da die Wurzeln gut geschützt in der Erde stecken gelten Pastinaken und Schwarzwurzeln als winterhart und können über dem Winter im Beet stehen. So robust sind Rote Bete nicht. Sie erntet man vor dem Frost. Möhren und Knollensellerie vertragen leichte Fröste. Bedenken Sie, dass eine Ernte bei gefrorenem Boden nicht möglich ist. Ernten Sie deshalb so viel Gemüse wie Sie benötigen.

Blattgemüse

Feldsalat gilt als winterhart. Endivien und Chinakohl vertragen Temperaturen bis minus vier Grad Celsius. Friert und taut es stetig, bilden sich rasch braune Blattteile, die faulen. Hier ernten Sie rasch. Vorbeugend schützt eine rechtzeitige Vliesauflage. Auch Feldsalat ist für einen derartigen Schutz dankbar, denn besonders Kahlfröste können die Blattrosetten schädigen. Außerdem wächst der Feldsalat und bleibt saftig. Manche Mangoldsorten können im Frühjahr nochmals beerntet werden bevor sich Blüten bilden. Dafür muss aber die Wurzel ausreichend geschützt sein. Zuckerhut kann bis minus acht Grad Celsius im Freien bleiben.
Bekanntester „Überwinterer“ ist sicherlich der Winterlauch. Allerdings können auch ihm Kahlfröste schaden. Bei sehr sonnigem Standort trocknen dann häufig die Blätter aus.

Grundsätzliches

Sämtliche Temperaturangaben sind nur Richtwerte. Die eigentliche „Frosthärte“ ist vor allem abhängig vom Entwicklungszustand und der Gesundheit der Pflanze, von der Sorte, vom Standort, von den jeweiligen Witterungsbedingungen.
Planen Sie die „Überwinterungsgemüse“ sorgfältig bei der Gemüsegarten-Belegung mit ein, wenn Sie den Boden im Spätherbst umgraben wollen. Dann ist es ratsam, komplette Randbeete noch mit Gemüse stehen zu haben und nicht immer kleine Eckchen im Gemüsegarten verteilt. So lässt sich eine Vliesauflage auch leichter bewerkstelligen.
2019 ist ein Mäusejahr. Dicke Wurzeln und Knollen werden von den Nagern gerne gefressen. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Gemüsebeete regelmäßig und stellen Sie gegebenenfalls Fallen auf.

Auch bei uns im Gemüseschaugarten gibt es Mäuse.