Gartentipp
Tomatenfest
23. Juli 2018

In den Gärten hat die Ernte der beliebtesten Gemüseart der Deutschen begonnen. Fast täglich reifen neue Früchte nach. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie informieren über die Tomate, die sich nun in unterschiedlicher Weise präsentiert.

Tomaten in großer Vielfalt findet man in Gärten oder auf Balkon und Terrasse, in Erde gepflanzt oder in Gefäßen. Am besten genießt man das Gemüse frisch geerntet und sofort verzehrt.

Tomatenvielfalt

Frühe Sorten werden schon seit einigen Wochen geerntet, während verschiedene großfruchtige Sorten noch brauchen, um zur Reife zu gelangen. Leuchtende, pralle Früchte sind das Ziel. Die klassische Tomate ist rot und rund. Doch wer die Vielfalt liebt, ist bei Tomaten gut aufgehoben.
Fingernagelgroße Johannisbeertomaten, kirschgroße Cherrytomaten, Cocktailtomaten, normale runde und Fleischtomaten in Rot, Gelb, Orange oder fast Schwarz sowie gestreift bereichern das Angebot ebenso wie dattel- bzw. eierförmige, bauchig-birnförmige, flaschenförmige oder wulstige. In einem bunten Tomatensalat kommt die Vielfalt zutage.
Die meisten Tomaten sind Stabtomaten, die einen Hauptrieb besitzen, der immer weiter wächst, und deren Seitentriebe ausgebrochen werden. Dann gibt es noch determinierende Sorten, die sogenannten Buschtomaten. Diese beenden das Wachstum selbständig, wenn etwa vier bis fünf Blüten- und Fruchttrauben gebildet wurden. Ein Ausgeizen ist nicht nötig. Balkontomaten bleiben besonders klein und kompakt. Sie eignen sich wunderbar für Balkonkästen und Kübel.

Tomatenpflege

Das Ausgeizen wurde schon angesprochen. Generell brauchen Tomaten viele warme und sonnige Tage um zur Reife zu gelangen. Jedoch kann es bei hochsommerlichen Temperaturen auch zu Schäden kommen, besonders dann wenn die Pflanzen in einem Kleingewächshaus stehen. Hitzeschäden, Wachstumsstörungen und Sonnenbrand vor allem auf den Früchten sind die Folgen.
Tomaten benötigen eine gleichmäßige Wasserzufuhr, um auch ausreichend Nährstoffe aufzunehmen und Aufplatzen der Früchte zu verhindern. Im Gartenbeet gelingt dies leichter als bei Pflanzungen in Gefäßen. Es besteht die Gefahr, dass bei Hitze die Wurzeln im Topfrandbereich absterben und somit es die Pflanzen schwerer haben, Wasser und Nährstoffe mit den verbleibenden Wurzeln aufzunehmen. Vermehrt tritt dann die Blütenendfäule auf. Hierbei verhärtet und verbräunt die Stelle am Blütenansatz. Dies ist keine Krankheit, sondern eine Ernährungsstörung, da nicht genügend Kalzium aus dem Boden aufgenommen und in die Fruchtzellen transportiert werden konnte.
In einer langen Sommersaison reifen viele Früchte und auch die Pflanze wächst weiterhin. Werden die Blätter gelb oder der Neutrieb dünner, so kann mit schnellwirkenden Nährstoffen nachgedüngt werden. Es eignen sich vor allem Flüssigdünger, die schnell aufgenommen werden (organische z.B. Vinasse und mineralische z.B. Ammonsulfatsalpeter).
Das Mulchen des Bodens beispielsweise mit Stroh schützt den Boden vor starker Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Es fördert das Bodenleben, welches die Nährstoffe im Boden für die Pflanze verfügbar macht. Spätestens Mitte September kann der Mitteltrieb gekappt werden, denn dort angelegte kleine Früchte reifen meist nicht mehr aus. Außerdem entlastet dies den Tomatenstock.

Tomatenfülle

Wem Tomaten momentan zu viel sind und nicht nur immerzu roh essen mag, kann die Früchte auch wunderbar für die verschiedensten Rezepte nutzen. Verwertet werden sie nicht nur als Salate und Suppen. Gerade in den Sommermonaten kann die Tomate auch gut mit anderen Gemüsen kombiniert werden. Große Früchte vertragen auch mal eine Füllung. Ein Konservieren für „tomatenlose“ Monate geht problemlos als Püree oder fertiges „Ketchup“. Dieses lässt sich Einfrieren oder heiß in Schraubgläser füllen.

Tomateninformationen

Möchten Sie mehr zu Tomaten erfahren und an einer Verkostung teilnehmen? Dann besuchen Sie die Bayerische Gartenakademie auf der Landesgartenschau in Würzburg. Von 26. Juli bis 2. August 2018 finden Sie die Fachleute im Pavillon des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums in den Wissensgärten.