Gartentipp
Gründüngung als Nachkultur
20. August 2018

Verschiedene Beete im Gemüsegarten sind schon abgeerntet. Entweder waren die Pflanzen schon erntereif, lieferten aufgrund der Witterung sehr wenig Ertrag oder waren durch Schädlinge und Krankheiten stark geschädigt. „Der Boden sollte aber nicht kahl und unbedeckt bleiben“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Neben Pflanzungen von Herbstsalaten und Saaten von Feldsalat, Spinat und Radieschen eignet sich die Einsaat einer Gründüngung, um den Boden bedeckt in den Herbst und Winter zu bringen.

Vorteile einer Gründüngung

Bei einer Gründüngung werden die Pflanzen nicht nur für die Begrünung der Fläche eingesetzt. Sie verbessern gleichzeitig den Boden. Die Gründüngungspflanzen beschatten den Boden, schützen vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. Da sie den Boden bedecken, unterdrücken sie auch den Aufwuchs von verschiedenen Unkräutern. Sie binden noch vorhandene Nährstoffe und bewahren sie vor Auswaschung. Tiefwurzelnde Pflanzenarten bewirken langfristig eine tiefgründige Bodenlockerung. Mit einer Gründüngung können Sie zugleich Humusgehalt und Bodenfruchtbarkeit erhöhen, Krümelstruktur und Wasserhaltefähigkeit verbessern sowie Bodenleben fördern.

Gründüngung im Spätsommer und Herbst

Ringelblumen, Bienenfreund (Phacelia), aber auch Gelbsenf können bei einem langen und milden Herbst durchaus noch zur Blüte kommen und den Insekten späte Nahrung bieten, wenn Sie jetzt noch Ende August oder Anfang September aussäen.
Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee eignen sich ebenfalls zur Aussaat im September. Winterroggen, der besonders günstig für die Einsaat im Gemüsegarten ist, lässt sich sogar noch Anfang Oktober in den Boden bringen. Achten Sie im Gemüsegarten bei der Wahl der Grüneinsaat auf die Fruchtfolge. Bauen Sie viel Kohl, Rettich oder Radies im Garten an? Dann verwenden Sie möglichst keinen Senf, Ölrettich und Raps. Sie gehören auch zur selben Familie der Kreuzblütler.

Blattgemüse als Gründüngung

Auch Spinat und Feldsalat eignen sich als Gründüngungspflanzen. Säen Sie besser in Reihe und nicht breitwürfig, um noch Hacken und Jäten zu können. Je nach Bedarf können Sie Ihr Gemüse ernten. Nehmen Sie dazu immer wieder die größten Pflanzen, damit sie nicht zu dicht stehen. Krankheiten wie Grauschimmel und Mehltau werden vermieden, wenn die Pflanzen gut abtrocknen können.

Und so geht es dann weiter

Im Frühherbst werden Pflanzen grundsätzlich nicht eingearbeitet. Bei der Verrottung würden wertvolle Nährstoffe freigesetzt, die ausgewaschen werden könnten. Oft ist bei schweren Böden noch ein Umgraben im Dezember kurz vor dem Durchfrieren des Bodens möglich. Oder man lässt die Gründüngung einfach bis zum Frühjahr stehen.
Winterharte Gründünger bilden viel Grünmasse und verholzende Teile, die den Boden über den Winter schützen. Das Einarbeiten im Frühjahr ist dann jedoch oft schwierig. Die Pflanzenreste werden deshalb herausgerissen und kompostiert oder Sie mähen sie ab und graben die Flächen mit einem flach gehaltenen Spaten wenige Wochen vor der Beetnutzung um.
Frostempfindliche Gründüngungspflanzen, die durch die Kälte abgestorben sind, bleiben noch als Mulch auf dem Boden liegen. Pflanzenreste werden im Frühjahr eventuell abgerecht und kompostiert oder auch flach untergegraben.