Gartentipp
Rückblick auf das Gartenjahr 2018
10. Dezember 2018

Jedes Jahr hat seine Besonderheiten. Auch 2018 wird für Freizeitgärtner in Erinnerung bleiben. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie blicken auf die letzten Monate zurück.

Trockenheit, Obstüberschuss und Buchsbaumzünsler waren in diesem Jahr Schwerpunkte am Gartentelefon. Dort bekamen Ratsuchende wertvolle Tipps.

Temperaturen und Niederschläge

Der erste Monat im Jahr war diesmal relativ mild und niederschlagsreich. So konnte eine Grundfeuchte erreicht werden. Als sich im Februar kalte Temperaturen durchsetzten, konnten die Pflanzen endlich in Winterruhe gehen. Diese Kältestarre hielt dann noch den ganzen März an, bevor im April abrupte frühlingshafte und sogar sommerliche Temperaturen einen raschen Austrieb mit kompakten Blühzeiten förderten. Die stabile Wetterlage mit warmer Luft hielt sehr lange an. Nun wurden die Niederschläge rar und durch die starke Sonneneinstrahlung kam es in den nächsten Monaten schnell zu massiver Trockenheit und damit zu Hitze- und Dürreschäden. Heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius traten jedoch erst ab Mitte Juli auf. Während Südeuropa streckenweise in den Wassermassen versank, sehnte man sich hier nach ausgiebigen Niederschlägen, da auch die Regentonnen und Zisternen zur Gartenbewässerung schnell leer waren. Ende September verursachte „Fabienne“ mancherorts erheblichen Sturmschäden, auch im Garten. Ende November wurden die Temperaturen jahreszeitlich entsprechend kühler. Erst der Regen Anfang Dezember ließ auch die Flusspegel wieder langsam steigen.

Auswirkungen im Garten

Durch die anhaltend milden Temperaturen im April und die Fruchtausfälle durch Frost in den letzten Jahren haben die Obstbäume und Sträucher heuer besonders üppig geblüht. Das Ausbleiben von Spätfrösten führte schließlich zu einem Überbehang vor allem beim Baumobst. Hitze und Trockenheit ließen gesunde Früchte deutlich früher heranreifen. Allerdings ist bei Kernobst eine geringere Lagerfähigkeit und ein erhöhter Stippeanteil festzustellen.
Wärmeliebende Gemüse wie Auberginen und Paprika brachten bis in den Oktober gute Erträge. Manche sprachen von einer „Gurkenflut“. Tomaten blieben bis zum Schluss gesund. Die Kraut- und Braunfäule war in diesem Jahr überhaupt kein Problem. Auch andere Schaderreger, die auf Feuchtigkeit und Nässe angewiesen sind, hatten kaum Lebenschancen wie Rost und Falscher Mehltau. Allerdings trat schon recht bald der „Schönwetterpilz“ Echter Mehltau auf.
Bedingt durch Trockenheit, fast während der ganzen Vegetationszeit, war gezieltes Wässern besonders wichtig. Das Mulchen als Verdunstungsschutz und zur Bodenpflege haben manche Freizeitgärtner in ihrer Not nun auch kennengelernt, während versierte Gärtner dies schon lange im Garten praktizieren. Besonders im Gemüse- und Obstgarten ist das Mulchen eine einfache, praktische und wassersparende Maßnahme.
Trockenschäden sind bei Gehölzen manchmal nicht sofort sichtbar. Besonders Immergrüne wie Kirschlorbeer, Thuja und andere Nadelbäume zeigen oft erst im Folgejahr braune Blätter und Triebe. Manche Laubgehölze haben als Verdunstungsschutz teilweise schon sehr früh ihr Laub abgeworfen.

Was fiel sonst noch auf?

Während es keine besorgten Anrufe zur Kirschessigfliege gab, häuften sich die Fragen am Gartentelefon zum Buchsbaumzünsler. Bedingt durch die warme Witterung ohne Niederschläge konnte der Falter mehrere Generationen im Jahr bilden. Die gefräßigen Raupen haben ganze Buchsbäume zerstört.
Im Frühjahr waren häufig Gespinste und kahl gefressene Obstbäume und Blütensträucher zu beobachten. Hier waren verschiedene Gespinstmotten am Werk.