Gartentipp
Nisthilfen für das Insekt des Jahres: die Rostrote Mauerbiene
21. Januar 2019

Berichte über das Insektensterben ebben nicht ab. In Bayern gibt es ein Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie begrüßen, dass eine Wildbiene das „Insekt des Jahres 2019“ geworden ist: die Rostrote Mauerbiene.

Wildbienen sind wie Honigbienen wichtige Nutztiere im Garten. Durch ihre Bestäubungstätigkeit garantieren sie Obst- und Gemüseernten. Mit ein paar Tricks lassen sich die Tiere fördern.

Steckbrief der Rostroten Mauerbiene

Die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) gehört sicherlich zu den bekanntesten Wildbienen, da sie noch recht häufig ab März bis Juni zu finden ist. Aber gerade deshalb eignet sich das Insekt auch für Beobachtungen. Die etwa einen Zentimeter große rötlich behaarte Wildbiene lebt in Park- und Gartenanlagen, in Streuobstwiesen und auch im Siedlungsbereich.
Nahrung bieten ihr viele pollen – und nektarführenden Blüten. Die Mauerbiene ist weit verbreitet, da sie sich nicht auf Pflanzen spezialisiert hat. Besonders fällt das Tier im Frühjahr bei der Paarung und beim Anlegen neuer Brutzellen auf. Die Mauerbiene lebt nicht in einem Staat wie wir es von der Honigbiene kennen. Jedes einzelne Weibchen belegt einzelne Brutröhren oder -höhlen mit mehreren Brutzellen. Sie brauchen nur geeignete Löcher mit einem Durchmesser von sechs bis sieben Millimetern wie sie Totholz oder hohle Pflanzenstängel ausweisen. In den darin hintereinander angeordneten einzelnen Zellen bringt sie jeweils ein Ei und Blütenpollen ein, der den Larven als Nahrung dient. Jede Zelle wird mit Pflanzen- oder Bodenmaterial verschlossen. Mit Brutzellen belegte vollendete Röhren erkennt man schließlich daran, dass die Löcher mit einem Lehm-Speichel-Gemisch verschlossen sind. Nun findet keine weitere Versorgung mehr statt. Selbst in Holzscheiten, Fensterrahmen, Schraublöchern und anderen Hohlräumen findet man Brutzellen. Dies verunsichert dann viele Menschen. Doch keine Angst: auch wenn weibliche Wildbienen einen Stachel besitzen so sind sie äußert friedlich.
Die erwachsene Rostrote Mauerbiene tritt im Frühjahr und im Frühsommer auf. Wobei zuerst die Männchen schlüpfen und ein paar Tage später die Weibchen, die dann aber länger leben. Pro Jahr gibt es nur eine Generation. Die Überwinterung erfolgt als verpuppte Larve in einem Kokon.

Mit Nisthilfen die Vermehrung fördern

Die Rostrote Mauerbiene ist sehr vielseitig was ihre Nistplätze betrifft. Deshalb besiedelt sie auch schnell künstliche Nisthilfen mit einem passenden Einflugloch. Es eignen sich Hartholzblöcke mit Bohrungen, Dachhohlziegel, Schilfrohr, usw. Die Nisthilfen benötigen eine Länge von mindestens acht bis zehn Zentimetern, wobei die Röhre an einer Seite verschlossen sein muss. Grundsätzlich gilt es die Nisthilfen vor Schlagregen zu schützen und an einem sonnigen und windgeschützten Platz aufzuhängen oder zu stellen. Auch sollten sie möglichst stabil montiert werden, damit sie nicht schaukeln, da sonst kaum eine Besiedlung möglich ist. Die Bohrlöcher von Hölzern oder Schnittkanten von Schilfhalmen oder Bambus müssen glatt sein, damit die Tiere ihre Flügel nicht verletzen. Ein Drahtgewebe im Abstand von mehreren Zentimetern vor der Nisthilfe hält hungrige Vögel ab, die die Nester ausräumen würden.
An sonnigen Tagen im Frühling wird es vor den Nisthilfen nur so summen. Gehen Sie hin und beobachten Sie die kleinen Wildtiere, wie sie arbeiten und Pollen eintragen. Sorgen Sie dann auch noch für ein vielfältiges, blühendes Umfeld, das über einen langen Zeitraum viel Nahrung für die Wildbienen bietet, siedeln sich die Insekten gerne bei Ihnen an.