Gartentipp
Die Tücken des Winters im Garten
28. Januar 2019

Schnee gibt Schutz im Winter. Er ist aber auch bedrohlich, wenn er nass ist und in Massen auftritt. Ohne Schnee drohen Kahlfröste und Schäden durch Wintersonne. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die jeweilige Situation im Garten.

Schneemassen im Garten

Hohe Schneelasten durch viel und vor allem nassen Schnee, können zu Astbruch führen. Besonders gefährdet sind immergrüne, dichtbelaubte Hecken, ältere Ziersträucher und auch Bäume. Nicht nur alte und schon morsche Äste brechen; auch lange und dünne Triebe. Je höher eine Hecke oder die Triebe, umso anfälliger sind sie, vor allem dann, wenn der jährliche Rückschnitt nicht durchgeführt wurde. Bruchstellen sind stets Eintrittspforten für Krankheitserreger.
Wenn es das Wetter erlaubt, schneiden Sie unterhalb der Bruchstelle oder den abgedrückten Pflanzenteilen ab. Somit kann weiterem Schaden vorgebeugt werden. Das saubere und fachgerechte Nachschneiden erfolgt dann im Frühjahr. Auch zu hoch gewachsene Hecken kürzen Sie dann ein. Achten Sie auf die Trapezform. Diese hält die Hecke vital. Alte Sträucher werden ausgelichtet. Dabei werden sehr alte dicke, aber auch sehr dünne, auf der Erde liegende oder sich kreuzende Triebe nahe am Boden oder einer bodennahen Astgabelung entfernt.
Schnee hat weitere Probleme: wohin mit dem Schnee beim Schippen? Der Rasen ist als Lagerplatz denkbar ungünstig. Bleibt er längere Zeit dort liegen, kann es sein, dass sich Rasenpilze wie Schneeschimmel ausbreiten. Besser ist es den geschippten Schnee unter Bäumen, Sträuchern und Hecken zu verteilen. Beim Auftauen liefert er wichtige Feuchtigkeit.

Kein Schnee ist auch keine Lösung

Schnee isoliert und schützt. Fehlt diese Isolierung, bedrohen Kahlfröste die Pflanzen. Kommt dann noch Wintersonne hinzu, kann es Auswirkungen haben, die erst später im Jahr erkennbar werden. Die Wintersonne regt die Pflanzen zum verfrühten Treiben an. Starke Fröste führen dann zu Schäden an den jungen Trieben, aber auch zum Reißen von Baumstämmen. Problematisch ist es, wenn bei gefrorenem Boden kein Wasser zur Nachlieferung zur Verfügung steht. Immergrüne wie Kirschlorbeer verdunsten dennoch und zeigen dann im Frühjahr und Sommer braune Blattspitzen oder Blätter. Vorbeugend können Sie die gefährdeten Pflanzen schattieren. Es eignen sich beispielsweise Schilfmatten, die auch noch kalte Winde abhalten oder Fichtenreisig. Baumstämme bekommen einen Weißanstrich.
Vliese eignen sich als ebenfalls als Frostschutz. Sie mildern starke Temperaturschwankungen ab. Ein ständiges Gefrieren und Auftauen von restlichem Gemüse im Garten oder Pflanzen in Töpfen schädigt die Gewächse nachhaltig.