Gartentipp
Kübelpflanzen kontrollieren
4. Februar 2019

In den Wintermonaten bekommen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie vermehrt Anfragen zu den meist mediterranen Kübelpflanzen, die noch im Überwinterungsquartier stehen.

Bevor es wieder mehr im Garten zu tun gibt, legen Sie in der kalten Jahreszeit ein verstärktes Augenmerk auf die überwinternden Kübelpflanzen. Nicht selten konnten sich Schädlinge entwickeln.

Winterquartier - ein Härtetest für Pflanzen

Die Lebensbedingungen für Kübelpflanzen an den Überwinterungsstandorten sind in der Regel nicht optimal. Meist fehlt es an Licht. Dann entwickeln die Pflanzen lange und dünne Triebe. Sie färben sich nicht richtig aus, sondern bleiben hellgrün. Die Triebe sind schwach und knicken leicht um. Das Übel verstärkt sich, wenn dann noch zu hohe Temperaturen dazu kommen. Optimale Überwinterungstemperaturen liegen bei den meisten Kübelpflanzen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Grundsätzlich gilt: je dunkler die Überwinterung, umso kühler die Temperaturen. Wenn sich jetzt langsam, jahreszeitlich bedingt, das Lichtangebot verbessert, können auch die Temperaturen allmählich auf etwa 15 Grad Celsius steigen.

Schädlingsfreude bei leidenden Pflanzen

Ungünstige Bedingungen schwächen Pflanzen. Schädlinge jedoch profitieren davon. In trockener und warmer Umgebung fühlen sich Blattläuse, Napfschildläuse und Wollläuse wohl. Häufig wird man erst aufmerksam, wenn der Fußboden um die Pflanzen oder die Blätter kleben. Schuld daran ist der „Honigtau“, die zuckerhaltigen Ausscheidungen pflanzensaftsaugender Insekten. Die Tiere nehmen sehr viel Pflanzensaft auf, benötigen diese Menge nicht vollständig und scheiden den Überschuss als eine zuckrige und damit klebende Substanz aus. Darauf können sich auch Rußtaupilze ansiedeln. Diese ernähren sich vom Honigtau und bilden schließlich einen schwarzen Belag. Die Pflanze selbst wird nicht davon angegriffen, jedoch schränken die schwarzen Ablagerungen die Photosynthese ein.
Auch Spinnmilben fühlen sich bei trockener und warmer Luft wohl. Bei einem starken Befall spinnen die Tiere die Pflanzen, vor allem an den weichen Jungtrieben, mit einem sehr feinen und dünnen Netz ein. Ähnlich wie auch bei Blasenfüßen (Thripse) werden die Pflanzenzellen ausgesaugt. Sie füllen sich mit Luft und schließlich erscheint das Blatt silbrig und fahl.

Erste Maßnahmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei schwachen und langen Trieben sowie beim Schädlingsbefall eignet sich der Rückschnitt, der gleich eine Menge Schadtiere und –pilze entfernt. Anschließend kann mit regelmäßigem Abduschen das Schaderregerpotential niedrig gehalten werden. Napfschildläuse und Wollläuse könnten mit einem ölhaltigen Präparat bekämpft werden, Blattläuse mit einem Mittel mit dem Wirkstoff Kaliseife.
Der Rückschnitt fördert außerdem das erneute Austreiben der Pflanze. In Verbindung mit dem nun zunehmenden Lichtangebot im Frühjahr bilden sich kräftigere Triebe. Schon vorhandene dünne und hellgrüne Triebe bleiben nämlich dünn und schwächlich.
Eventuell kommt auch ein Umtopfen in Frage, wenn dies einige Jahre nicht mehr geschehen ist. Die Pflanzen erhalten einen größeren Durchwurzelungsraum mit neuen Nährstoffen. Verwenden Sie eine spezielle Kübelpflanzenerde, die auch grobe, strukturstabile Anteile (wie Lava-, Ziegelsplit) beinhaltet.