Gartentipp
Höchste Zeit zum Bändigen von Wildkräutern
18. März 2019

Mit den ersten warmen Tagen sprießt unaufhaltsam frisches Grün aus dem Boden. Die unerwünschten Beikräuter wachsen oft am kräftigsten. Damit das Unkrautjäten im Garten während des Sommers nicht zur Daueraufgabe wird, raten die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie jetzt damit zu beginnen.

Samenunkräuter

Samenunkräuter produzieren riesige Mengen an Saatgut – oft Tausende pro Pflanze, und das innerhalb weniger Wochen nach der Keimung des Samens. Bei kalten Temperaturen wachsen sie zwar langsamer, aber trotzdem schneller als unsere Kulturpflanzen. Wer jetzt die unerwünschten Jungpflanzen übersieht, wird im Sommer viel Arbeit mit dem Unkrautjäten verbringen. Noch im grünen Zustand, ohne Blütenansatz, werden die Pflanzen entfernt. Haben sich schon Samen gebildet und sich auf dem Boden verbreitet, keimen diese schnell wieder aus. Die Samen bleiben auch über viele Jahre keimfähig, so dass manchmal plötzlich Pflanzen auftauchen, die man gar nicht mehr vermutet hat. Bodenbewegungen und damit Licht sowie Feuchtigkeit sind die Antriebsmotoren. Am besten ist es während des ganzen Jahres einen Eimer im Garten parat zu haben, in dem die entdeckten Samenunkräuter gesammelt werden. Also jederzeit und konsequent Vogel-Sternmiere, Ehrenpreis, Springkraut, Einjähriges Rispengras oder Gemeines Kreuzkraut vor allem mit Blüten oder Samenansatz aufnehmen. Das sollte konsequent geschehen, macht aber so ganz nebenbei kaum Arbeit. Die genannten Arten gedeihen nämlich derzeit prächtig aufgrund der milden und frostfreien Tage. Es genügt auch nicht die Exemplare auszureißen und liegen zu lassen. Aufgrund der feuchten Böden vertrocknen sie über viele Tage hinweg nicht. Restfeuchte aus ihren Blättern und Stängeln leiten sie in die Samenansätze. Wer eine solche Unkrautpflanze mit Samenansätzen liegen lässt, sorgt damit bereits wieder für unzähligen Nachwuchs und ausgiebige Jätarbeit für mehrere Jahre. Auch verwelkte Samenunkräuter dürfen nicht auf den Komposthaufen.

Wurzelunkräuter

Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke, Schachtelhalm oder Winde sind noch kaum zu sehen. Im Untergrund jedoch haben sie oft schon ein dichtes Geflecht gebildet. Sobald es wärmer wird, schießen sie aus dem Boden und werden sichtbar. Die Wurzeln lassen sich im feuchten Boden mit der Grabgabel vorsichtig ausgraben. Diese Wildkräuter sind so regenerationsfähig, dass jedes kleine Wurzelteilchen wieder zu wachsen beginnt. Nach zwei bis drei Wochen sind deshalb Wiederholungen nötig. Entsorgen Sie die Wurzeln nicht auf dem Kompost, sondern in der Biotonne.

Warum sind Hochbeete und Kistengärten so beliebt?

Ein Vorteil von Hochbeeten oder Kistengärten ist sicherlich das Einbringen von neuer Erde. In der Regel sind dies unkrautfreie Erden oder Substrate. Wer die ersten vereinzelt auftauchenden Samenunkräuter vor der Samenreife entfernt, erhält sich diesen pflegeleichten Zustand über viele Jahre.