Gartentipp
„Gras-Grün“ im Garten (Teil 1)
8. April 2019

Jetzt im Frühling freuen wir uns über alles Grüne im Garten. Nur oft macht der Rasen ein trauriges und dürftiges Bild. Jetzt ist der Zeitpunkt über Neuanlage, Nachsaat oder Alternativen nachzudenken und sich zu informieren, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Klimawandel mit heißen und trockenen Sommern, Biodiversität und Pflegeleichtigkeit - all das sind Punkte, die ein „englischer Rasen“ nur bedingt bieten kann.

Grundsatzfragen

Was für ein „Grün“ soll es sein? Wie wird es genutzt – grüne Zierde oder Spielwiese? Denn Rasen ist nicht gleich Rasen. Nicht nur die Ansprüche des Besitzers sollten in die Überlegungen einbezogen werden, sondern auch die Zeit, die man für die Pflege investieren möchte. Rasengräser sind eine mehr oder weniger anspruchsvolle Kultur. Den Pflegeaufwand darf man nicht unterschätzen. Ein reiner Zierrasen mit einer dichten teppichartigen Narbe hat sehr hohe Pflegeansprüche, während ein Gebrauchsrasen, der auch mal ein paar Kräuter beinhalten darf, weit geringere Ansprüche stellt.
Braucht man keinen Bolzplatz mehr und nur eine kleine Fläche für den Liegestuhl, möchte man vielleicht den ehemaligen Rasenbereich verringern oder etwas umgestalten. Durch verschiedene Maßnahmen wird der Bereich dann auch pflegeleichter.

Voraussetzungen für einen grünen Rasen

Bei standortgerechten Rasenmischungen aus verschiedenen Grasarten und Sorten können sich diese gegenseitig ergänzen und der eventuelle Ausfall einer Art oder Sorte macht sich nicht so stark bemerkbar. In sogenannten Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) sind für die verschiedenen Standorte und Nutzungen die richtigen Gräsermischungen zusammengestellt.
Rasengräser benötigen sehr viel Licht, bestenfalls im lichten Halbschatten ist die Rasenanlage noch sinnvoll. Als optimale Bodenart für Rasen dient ein humoser, anlehmiger bis lehmiger Sandboden oder ein sandiger Lehmboden. Liegen Verdichtungen vor, muss tiefgründig gelockert werden, um einen ausreichenden Wasserabfluss zu gewährleisten. Steine und vor allem unerwünschte Kräuter müssen im Vorfeld penibel ausgelesen werden.
Es ist ratsam nicht vor Mitte April mit der Aussaat zu beginnen, denn für ein zügiges Wachstum sind Temperaturen zwischen 14 und 25 Grad Celsius nötig. Die Saattiefe beträgt nur etwa einen halben Zentimeter. Dafür arbeitet man das Saatgut mit einem Rechen oberflächlich leicht ein und drückt dann den Boden mit einer Walze an – alternativ mit Brettern, die an beiden Schuhen angebunden werden.
Die Keimlinge und jungen Graspflänzchen sind gegen Austrocknen sehr empfindlich. Bei Trockenheit muss daher mehrmals täglich mit ein bis drei Litern pro Quadratmeter gewässert werden. Wenn die Gräser Wurzeln gebildet haben, wässert man zwei- bis dreimal in der Woche, dann fünf bis zehn Litern je Quadratmeter. Älterer Rasen erhält alle ein bis zwei Wochen die doppelte Menge.
Regelmäßiges Mähen sorgt für eine dichte Rasenfläche. Acht bis zehn Zentimeter hohe Halme werden auf die Hälfte gekürzt. Die Düngung sichert die Versorgung der Rasenpflanzen mit Nährstoffen. Spezielle Rasen-Langzeitdünger ab April haben sich bewährt.
Ein stetig grüner Rasen benötigt regelmäßige Pflege: mähen, düngen und wässern sind Arbeiten während des Sommers. Gegebenenfalls muss vor allem im Frühjahr bei abgetrocknetem Boden vertikutiert und aerifiziert werden, um den Rasengräsern auch künftig gute Bedingungen zu bieten. Das Entfernen des schädlichen Rasenfilzes und kümmerlicher Gräser verhindert Bodennässe und fördert den Luftaustausch im Boden. Gleichzeitig werden auch eventuell vorhandene Moose zum Teil entfernt. Bliebe der Rasenfilz erhalten, bindet er viel Wasser und Nährstoffe. Diese fehlen für die Versorgung der Gräser.
Im folgenden Beitrag erfahren Sie mehr zu Alternativen zum Rasen-Grün.