Gartentipp
„Gras-Grün“ im Garten? (Teil 2)
15. April 2019

Grüner Rasen hat seine Berechtigung im Garten z.B. als Spielrasen oder als Gestaltungselement. Allerdings ist er sehr pflegeintensiv und trägt nur wenig zur Biodiversität bei. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen sinnvolle insektenfreundliche Veränderungsmöglichkeiten auf, wenn Sie Ihre Rasenfläche verkleinern möchten.

Stauden als Alternative zum pflegeintensiven Rasen

Stetig grüner Rasen schneidet im Zuge der Biodiversität und der Umweltverträglichkeit eher schlecht ab, da er beispielsweise einen hohen Wasserbedarf hat und keine Nahrung für Insekten bietet.
Rasen im Schatten wird immer ein Problem sein. Schattenverträgliche Stauden sind eine gute Alternative – pflegeleicht, bieten Unterschlupf für Tiere im Winter und häufig Nahrung für Bienen und anderen Insekten durch die Blüte. Auch für sonnige, heiße und trockenen Stellen gibt es ebenfalls geeignete Stauden. Meist ist bei Staudenpflanzungen nur ein Rückschnitt im ausgehenden Winter erforderlich, so bieten sie ein Überwinterungsquartier für Insekten. Wassergaben sind oft nur zum Anwachsen sowie bei ausgeprägter Trockenheit nötig. Auch der Herbst- und Winteraspekt der Stauden ist zu berücksichtigen, denn manche färben bunt oder bilden schöne Blütenstände, die im Winter mit Raureif bedeckt sind.

Bunte Blumen versus Rasen

Lust auf eine Blütenwiese? Für eine artenreiche Ansaat ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Hierfür wird die Grasnarbe abgeschält und der Boden umgebrochen, unerwünschte Unkräuter mehrfach sorgfältig entfernt, um eine Konkurrenz zu den Blumen zu verhindern. Bei starkem Unkrautbesatz muss notfalls der Boden ausgetauscht werden. Saatgut mit einjährigen Blütenpflanzen wird ab Mitte April bis Juni angesät. Handelt es sich nur um mehrjährige Arten, so erfolgt die Aussaat bereits von Februar bis in den August/September. Das Saatgut ist in der Regel sehr fein und die Aussaatmenge so gering, dass es sich nur schwierig ausbringen lässt. Deshalb wird es mit einer Ansaathilfe (.B. Sojaschrot oder auch Sand) vermischt, um ein gleichmäßiges und dünnes Aussäen möglich zu machen. Die Samen drückt man nur an und arbeitet sie nicht ein. Während der Keimphase muss regelmäßig bewässert werden. Günstig ist es auch regnerische und trübe Tage abzuwarten.
Zu viel Arbeit? Dann nutzen Sie Stellen im Rasen, die sowieso schon sehr lückig sind und bereiten den Boden sorgfältig vor. Darauf säen Sie die Blühmischung. So entstehen „Blumeninseln“, die Abwechslung ins Rasengrün bringen. Oder Sie lassen Teilstücke Ihres schon mit Kräutern durchsetzten Rasens länger wachsen und mähen nur etwa nur etwa zweimal im Jahr mit der Sense. Auch ist es möglich immer nur Rasen-Wege häufig zu mähen und das andere wachsen zu lassen. In den nächsten Jahren werden sich verschiedene Kräuter und Blumen neben den Gräsern ansiedeln. Man kann auch etwas nachhelfen, wenn sie ein schmales Band mit mehrjährigen Kräutern einsäen, die sich dann mit der Zeit weiter in der extensiv genutzten Wiese verbreiten.

So funktioniert es leider nicht

Oft wird suggeriert, dass es ganz leicht sei, für die Bienen etwas zu tun, indem nur ein paar Samen gestreut werden müssen. Um aber nachhaltig zufrieden zu sein, ist eine gute Bodenbearbeitung der Grundstein für den Erfolg einer insekten- und bienenfreundlichen Blühfläche.