Gartentipp
Erntefreuden beim Rhabarber
20. Mai 2019

Die Rhabarberernte ist in vollem Gange. Das pflegeleichte Gemüse lässt sich gut im Garten integrieren, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rhabarber wird oft als Kompott, als Fruchtgrütze, als Kuchenbelag und zur Herstellung von Fruchtaufstrichen verwendet. Beliebt ist sein Saft auch bei Getränken z. B. als Schorle oder Limonade.

Rhabarberernte

Nach der langen Trockenheit war der Regen für den Rhabarber ein Segen. Die kühlen Temperaturen sorgten für einen gedrungenen Wuchs. Kräftig strotzen die großen Blätter auf den kräftigen, saftigen Stielen. Und täglich sprießen neue. Bei jedem Erntegang werden einige Stängel mit einem seitlichen Ruck von der Pflanze abgedreht. Bei erntefähigen Stielen sind die Blätter dann (fast) glatt und nicht mehr wellig. Jedoch sollten immer ein paar Blätter an der Pflanze verbleiben. Um ein schnelles Welken zu verhindern, entfernt man die Blätter sofort von den nutzbaren Stängeln und verwendet diese gleich als Abdeckmaterial auf offenen Beetflächen. Noch bis Mitte Juni kann geerntet werden.
Durch den hohen Anteil an Apfel- und Oxalsäure besitzt der Rhabarber eine durstlöschende, erfrischende, verdauungsanregende und bakterizide Wirkung. Da sich in den Blättern auch unverträgliche Bitterstoffe befinden, werden nur die Stiele verwendet. Zum Binden der Oxalsäure, sollten Sie das Gemüse mit kalziumhaltigen Lebensmitteln wie Sahne, Joghurt oder Vanille-Eis verwenden. Um den Geschmack zu mildern eignen sich Erdbeeren, Himbeeren oder Bananen als Mischpartner.

Nach der Rhabarberernte

Nach Johanni (24. Juni) beendet man die Ernte. Dies liegt vor allem daran, dass Rhabarber eine Staude ist und nun Reservestoffe zum Einlagern in dem unteririschen kräftigen Wurzelstock, dem Rhizom, sammeln muss. Unterstützen kann man den Rhabarber mit einer Düngergabe, bestehend aus drei Litern Kompost und 100 bis 150 Gramm Hornmehl oder Horngrieß sowie Wassergaben bei Trockenheit. Im Herbst welken die Blätter ab und verbleiben als Winterschutz. Bei steigenden Temperaturen treiben die dicken Sprosse im Frühjahr wieder aus. Mit einer Vliesabdeckung kann die Ernte verfrüht werden.

Rhabarber im Garten

Rhabarber benötigt bei der Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Die beste Pflanzzeit liegt im Oktober. Dann können noch genügend neue Wurzeln bis zum Winter gebildet werden. Eigentlich ist jeder mittlere bis schwere und nicht zu trockene Boden mit ausreichendem Humusgehalt geeignet. Undurchlässige und staunasse Böden werden nicht vertragen, auch wenn die Pflanze viel Wasser braucht und sich vor allem bei länger anhaltender Trockenheit über gelegentliche größere Wassergaben freut. Eine kräftige Rhabarberstaude benötigt etwa einen Quadratmeter Platz, am besten in der Sonne oder leichtem Halbschatten. Rotstielige Sorten sind milder im Geschmack, wachsen jedoch weniger stark. Manche sind auch nicht zuverlässig winterhart.
Der Standort muss nicht zwingend im Gemüsebeet oder Obstgarten sein. Auch zwischen Blütenstauden hat Rhabarber seine Berechtigung, denn nicht nur die großen grünen Blätter sind sehr dekorativ, sondern auch die imposanten mannshohen, weiß blühenden Blütenstände. Diese werden von Insekten gerne besucht. Wer allerdings nicht so viele Stauden hat und noch viel ernten will, sollte die Blütenstängel so früh wie möglich am Grund abschneiden, denn sie rauben den nutzbaren Stielen viel Kraft.