Gartentipp
Schnitthecken in Formen bringen
3. Juni 2019

Immer- und sommergrüne Gehölze haben als Hecken in verschiedenen Höhen ihren Platz im Garten. Auch geschnittene Hecken bieten Vögeln Nist- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen hilfreiche Tipps zum Schnitt.

Bedingt durch die feuchte Witterung der letzten Wochen erleben wir bei den Pflanzen einen gleichmäßigen und sehr üppigen Austrieb. Es ist an der Zeit die Gehölze in Form zu bringen.

Idealer Rückschnitt

Anfang bis Mitte Juni ist meist der Erstaustrieb der Schnittgehölze abgeschlossen. Das feuchte Frühjahr ließ Hainbuche, Liguster, Buchs, Eibe und Co. üppig wachsen. Wenn es stark regnet oder windet, drohen die Pflanzen auseinander zu fallen. Da die Temperaturen noch nicht so hoch sind, besteht bei einem Rückschnitt kaum Gefahr von Verbrennungsschäden an den zurückgeschnittenen Pflanzen.
Die Schnittwerkzeuge müssen scharf sein, damit das junge Holz glatt abgeschnitten wird und nicht zerfasert. Schneiden Sie nicht ins alte Holz, sondern kürzen Sie die jungen Neuaustriebe ein. Es eignen sich Heckenscheren mit verschieden langen Klingen, je nach Pflanzengröße. Bei größeren Flächen sind Akkuheckenscheren mit einem langen Schwert sinnvoll. Achten Sie auf ein sicheres Arbeiten. Gerade bei höheren Hecken muss die Stehleiter stabil sein.
Formhecken, insbesondere wenn sie höher sind, sollten immer konisch, d.h. unten breiter als oben, aufgebaut und die Heckenkrone idealerweise abgerundet sein. Dies sorgt für eine bessere Belichtung und ein schnelleres Abtrocknen bei Regen, auch im Inneren der Pflanzen. Bei einzelnen Formgehölzen sollten Sie genauso vorgehen.
Vergewissern Sie sich, dass keine Vögel im Gehölz nisten bevor Sie mit dem Schneiden beginnen. Denn der Vogelschutz geht vor! Warten Sie, bis die Jungvögel endgültig ausgeflogen sind.

Mögliche Schäden durch Schnitt beseitigen

Bekannte höhere Schnittheckenpflanzen sind Hainbuche und Eibe. Liguster und Buchs nutzt man eher für niedrige oder mittelhohe Hecken.
Noch immer ist der Buchs ein beliebtes Formgehölz. Beim Schnitt, der durchaus hier auch stärker ausfallen kann, da sich der Buchs gut regeneriert, werden Schäden durch den Buchsbaumzünsler weggeschnitten. Dabei entfernt man auch gleich die Gespinste und die Raupen. Weiße watteartige Ausscheidungen kommen vom Buchsbaumblattfloh, der an den Trieben saugt und die Triebspitzen bevölkert. Durch den Rückschnitt kann man die Schädiger gleich mit entfernen.
Die gewellten, verdickten Blätter an Hainbuchenhecken werden durch die Saugtätigkeit von Hainbuchengallmilben hervorgerufen. Dies ist oft aber nur ein optischer Schaden, der die Pflanze nicht beeinträchtigt. Nach einem Rückschnitt treiben die neuen Blätter oft gesund wieder aus.

Schnitthecken als Nahrungspflanze

Liguster ist sehr robust, lässt sich wunderbar schneiden und in Form bringen. Die Blüten bieten etwas Pollen und Nektar und die Früchte dienen als Vogelnährgehölz. Da Liguster bei regelmäßigem Schnitt sehr dicht wird, hält er Wind gut ab. Ähnlich verhält es sich bei der Kornelkirsche.
Als immergrüne Schnitthecke eignet sich die Eibe. Männliche Pflanzen sind ein Bienennährgehölz und die roten Früchte der weiblichen Pflanzen sind Vogelfutter. Dieses dunkelgrüne Nadelgehölz treibt auch bereitwillig aus altem Holz aus. Große Schnittmaßnahmen werden aber im ausgehenden Winter durchgeführt.
Beim Rückschnitt schneidet man außer den grünen Trieben auch Blüten und somit möglichen Fruchtansatz weg. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass bei einem moderaten Rückschnitt im Inneren noch genügend Blüten und später Früchte vorhanden sind.