Gartentipp
Juni-Arbeiten an Obstgehölzen
17. Juni 2019

Im Juni reifen die ersten Beeren und wir freuen uns über eine reiche Obsternte. Beim Baumobst heißt es nun Triebe und übermäßigen Fruchtbehang zu regulieren, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Jetzt legt man den Grundstein für eine gute Ernte bei Apfel, Zwetschge und Co. Beerenobststräucher erhalten ihre Pflege gleich nach der Ernte.

Triebwachstum regulieren

Jetzt ist der erste, starke Neuaustrieb an Obstgehölzen schon weitgehend erfolgt. So können die unerwünschten krautigen Triebe, die nach innen wachsen, auf einfache Weise ausgerissen werden. Der Riss junger Triebe hat den Vorteil, dass die Wunden über den Sommer gut verheilen können und schlafende Beiknospen mitentfernt werden.
Auch zu hohe und zu lange Neutriebe können direkt über tieferliegenden Verzweigungen abgeschnitten werden. Egal ob Sommerschnitt oder –riss: diese Regulierung bremst das Triebwachstum im Gegensatz zum Winterschnitt. Die zugleich bessere Belichtung und Belüftung fördert die Bildung von Blütenknospen bzw. hilft Schaderregern vorzubeugen.

Übermäßigen Fruchtbehang reduzieren

Nun ist auch der Junifruchtfall schon erfolgt. Hängen die Jungfrüchte von Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) und späten Zwetschgen immer noch sehr dicht in Büscheln, so sollten sie vereinzelt werden. Dies fördert die innere und äußere Qualität der verbleibenden Früchte und die Bildung neuer Blütenknospen für das kommende Jahr. Hängen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume im Juni noch zu stark, so legen sie keine oder nur wenige Blütenknospen für das nächste Jahr an.
Diese Maßnahmen mag vielen Freizeitgärtnern „weh“ tun, aber sie entlastet die Obstgehölze. Optimal ist es, wenn Triebwachstum, Frucht- und Blütenknospenbildung im Gleichgewicht sind. Die Behangregulierung kann vor allem bei kleinkronigen und säulenförmigen Obstbäumen mit wenig Zeitaufwand erfolgen.

Ernten

Die Erdbeerernte ist im Gange, die Strauchbeeren stehen an. Pflücken Sie öfter durch und entnehmen Sie ausgereifte Früchte. Da die seit sechs Jahren lästige Kirschessigfliege vor allem Beeren- und Steinobst befällt, sollten Bestände in kurzen Zeitabständen und schließlich komplett abgeerntet werden. Werfen Sie befallene oder qualitativ minderwertige Früchte nicht auf den Boden, sondern sammeln Sie diese in getrennte Behälter.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Kirschessigfliege im Haus- und Kleingarten

Behandlungen nach der Ernte im Juli

Abgeerntete Johannisbeer- und Stachelbeersträucher sowie Kirschbäume können unmittelbar nach der Ernte geschnitten werden. Hier ist Auslichten dichter Triebe aus dem Inneren der Krone bzw. Sträucher angesagt – auf keinen Fall Triebe einkürzen. Dies würde nur einen unerwünschten Neuaustrieb an regen.