Gartentipp
Doppelfrüchte im Obstgarten
12. August 2019

Siamesische Zwillinge beim Obst? Herzförmige Zwetschgen mit zwei Kernen beunruhigen manche Freizeitgärtner. Doppelfrüchte treten in diesem Jahr häufiger auf. Immer wieder bekommen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie am Gartentelefon Anfragen dazu.

2019 ist es wieder soweit: verstärkt treten Frucht-Zwillinge auf – eine Laune der Natur, verursacht durch die Witterung.

Ursachen der Doppelfrüchtigkeit

Manchmal findet man zwei verwachsene Früchte an einem Fruchtstiel. Die Früchte sind wie ein einer Naht zusammengesetzt. Beide Fruchtteile entwickeln sich gleich und reifen auch gut aus. Auch bilden sich zwei Kerne. Jedoch sind die Früchte gesund und geschmackvoll. Für die Ernte im Garten haben die Doppelfrüchte keine Nachteile.
Doch was ist passiert? Ursächlich für die Anomalien sind hauptsächlich Hitzesommer des Vorjahres und damit verbundener Stress für die Pflanzen. Schon im Sommer werden Blütenknospen für das kommende Jahr angelegt. Treten zur Zeit der Blütenbildung langanhaltende Trockenheit und Hitze auf, kann es zu den Veränderungen kommen. Dann trennen sich die einzelnen Blüten nicht vollständig. So entstehen Blüten mit zwei Stempeln und zusammengewachsenen Fruchtknoten.

Doppelte Früchte bei verschiedenen Obstarten

Das Phänomen der Doppelfrüchtigkeit tritt bei sehr unterschiedlichen Obstarten auf. Besonders häufig sind Zwetschgen und Kiwi betroffen. Aber auch bei Kirschen, Erdbeeren und Himbeeren und Pfirsichen kann die Veränderung auftreten, gelegentlich auch bei Äpfeln. Auffallend ist auch, dass nicht alle Sorten einer Obstart gleich reagieren.
Beim Obsteinkauf findet man diese Verformungen sehr selten, da sie nur in geringem Maße vermarktet werden dürfen und deshalb aussortiert werden müssen.