Gartentipp
Der richtige Zeitpunkt für die Obsternte
16. September 2019

Geschmack und Lagerfähigkeit von Apfel und Birne hängen stark vom richtigen Erntezeitpunkt ab. Äußere Bedingungen wie Witterungseinflüsse können die Obsternte zeitlich um wenige Wochen nach vorne oder hinten verschieben. Beim Lagerobst treffen Erntezeitpunkt und Genussreife meist nicht zusammen.

Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie empfehlen, sich bei dem Erntetermin nicht allein auf Literaturangaben zu verlassen.

Dann sind die Früchte erntereif

Angegebene Richtwerte in Erntezeittabellen können sich je nach Standort der Obstgehölze und Witterungsverlauf um zwei bis drei Wochen verschieben. Die Bayerische Gartenakademie rät deshalb mit der Ernte zu beginnen, wenn sich die Grundfarbe der Frucht aufhellt. Apfel und Birne sind meist erntereif, wenn sich die Früchte durch eine halbe Drehung leicht vom Baum pflücken lassen. Allerdings bildet sich dieses Trenngewebe am Stiel in trockenen Jahren schon vorzeitig aus. Ein weiterer Indikator für die Reife ist die Braunfärbung der Kerne. Dies gilt vor allem bei Birnen. Genussreif sind frühe Apfelsorten, wenn die Kerne sich braun verfärben. Die Färbung der Kerne ist aber bei späten Apfelsorten kein sicheres Erntekriterium. Nachteilig ist, dass die Früchte zur Kontrolle aufgeschnitten werden müssen.
Einige Birnensorten, wie 'Clapps Liebling' und 'Conference', fallen bei beginnender Reife plötzlich. Dann sollten Sie schnell die Birnen vom Baum ernten.

Die Ernte

Ernten Sie an einem trockenen frostfreien Tag. Sehr spätreifende Apfel-Sorten können von den ersten Frösten überrascht werden. Temperaturen von minus zwei Grad Celsius werden aber gut vertragen. Berühren Sie die Äpfel erst, nachdem sie wieder aufgetaut sind.
Obst zum Lagern sollten Sie wie „rohe Eier“ behandeln. Jeder Stoß, jede Verletzung, z. B. Kratzer durch Fingernägel, verringert die Lagerfähigkeit. Legen Sie ihr Erntegut am Besten in einen gepolsterten Korb und schonen Sie die Früchte beim Einlagern. Da die Früchte am Baum unterschiedlich reifen, sollten die Obstgehölze in Abständen von einigen Tagen mehrmals durchgepflückt werden.

So werden die Früchte aufbewahrt

Zur Aufbewahrung eignen sich Räume wie Naturkeller, Scheunen und Garagen, die gut gelüftet, kühl und feucht sind. In modernen Wohnhäusern sind diese Bedingungen allerdings kaum herzustellen. Reifende Äpfel verströmen das Gas Äthylen. Es fördert die Reifung von anderem im gleichen Raum gelagerten Obst und beschleunigt das Welken von Gemüse, was eine getrennte Aufbewahrung notwendig macht.
Unser Tipp: In Schächten von Kellerfenstern lässt sich Obst hervorragend lagern. Dazu isolieren Sie vor starken Frösten den Schacht von oben mit Styroporplatten und hängen die mit Obst gefüllten durchlöcherten Plastikbeutel an das Gitter. So reicht der Obstvorrat bis tief in den Winter hinein.