Gartentipp
Goldene Quittenzeit
7. Oktober 2019

Geht man nun bei Streuobstwiesen oder auch in städtischen und ländlichen Gegenden spazieren, fallen Großsträucher oder kleine Bäume auf, die goldgelb färbende Früchte tragen. Es ist die Quitte, eine eher unbekanntere Obstart, die aber verwandt mit Apfel und Birne ist. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen, dass es sich lohnt einen Quittenbaum im Garten zu haben.

Die Quitte ist zu mehreren Jahreszeiten attraktiv: im Frühling erscheinen große einzeln stehende Blüten, im Herbst haben sich goldgelbe aromatische und wohlriechend Früchte entwickelt.

Goldene Früchte

Apfel- oder birnenförmig, je nach Sorte, hängen die zunächst grünen und später gelben Früchte am Baum. Die oft großen goldenen Früchte leuchten durch das Grün der Blätter. Für eine längere Lagerung wartet man jedoch nicht auf die komplette Gelbfärbung, da sich Pektin mit der Zeit abbaut. Bei später Ernte steigt außerdem die Gefahr von Fleischbräune. Wer sie nicht gleich verwendet, pflückt die empfindlichen Früchte sorgsam vom Baum und legt sie einlagig in Obststeigen auf Pappe.
Die Früchte lassen sich zu Gelees, Fruchtaufstrichen, Kompott, Konfekt, Saft und vielem mehr verwenden. Manche Sorten wie ‘Cydora‘ und ‘Cydopom‘, schmecken durchaus in dünnen Schieben auch roh. Vor der Verwertung entfernen Sie sorgsam den anhaftenden filzigen Belag, da die Frucht sonst bitter schmecken würde. Einzelne Früchte können aber auch erst einmal als Dekoration im Raum liegen. Dort verströmen sie ihren feinwürzigen und fruchtigen Duft.
Bevor sich die Früchte entwickeln erscheinen dekorative große schalenförmige Blüten in weiß oder rosa. Die einzeln stehenden Blüten bieten nicht nur den Bienen Nahrung, sondern lassen sich auch durch sie bestäuben. Leider können Spätfröste im Mai und Juni die Blüten schädigen. Da fast alle Sorten als selbstfruchtbar gelten, reicht eine Pflanze aus.

Quitte im Garten

In den letzten Jahren sieht man Quittenpflanzen wieder häufiger in den Gärten. Selbst für kleinere Gärten ist die Quitte interessant, da sie meist strauchartig wächst und oft nur Höhen von drei bis vier Metern erreicht. Das Holz reagiert etwas frostempfindlich, weshalb Sie besser einen geschützten Standort wählen. Um schon den ersten Winter zu umgehen, liegt der Pflanzzeitpunkt in raueren Gebieten im Frühjahr. In niederschlagsarmen und milderen Gebieten wie Unterfranken pflanzt man besser im Herbst, um die Herbst- und Winterniederschläge zu nutzen.
Jährliche Kompostgaben auf die Baumscheibe sorgen für ausreichend Nährstoffe. In Trockenperioden verbessert gelegentliches Wässern die Fruchtqualität. Sollten die Böden zu kalkhaltig und schwer sein können Blattaufhellungen auftreten.