Gartentipp
Kübelpflanzen jetzt ins Winterquartier?
14. Oktober 2019

Es ist nun richtig Herbst. Die Tage werden kürzer und die Nächte kälter. Manchmal hängen dicke Nebel über dem Land und buntes Laub bedeckt den Boden. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erhalten nun häufig Fragen zum Einräumen der Kübelpflanzen.

Viele Balkone und Terrassen werden aufgeräumt und „winterfest“ gemacht. Auch frostempfindliche Pflanzen in Gefäßen bekommen ihren Platz für die kalte Jahreszeit.

Der richtige Zeitpunkt

Die meisten unserer Kübelpflanzen habe ihre Heimat in den Tropen und im Mittelmeerraum. Sie sind mehr oder weniger kälteempfindlich. Frost gibt es an den Naturstandorten gar nicht oder nur selten. Pflanzen aus tropischen Gebieten müssen deshalb schon vor den ersten, auch leichten Frösten eingeräumt werden, um Schäden zu vermeiden. Hierzu zählen Zierbanane, Papyrus, Bougainvillea, Duft-Pelargonien, Engelstrompete, Wandelröschen, Fuchsien und viele mehr. Temperaturen knapp unter der Null-Grad-Grenze überstehen beispielsweise Schönmalve, Bleiwurz, Citrus-Arten und Oleander. Fallen die Temperaturen jedoch dauerhaft unter minus fünf Grad Celsius, benötigen auch Feigen, Oliven, Lorbeer und Rosmarin ein Winterquartier.
Die Frosthärte bzw. Kälteverträglichkeit von Pflanzen ist nicht nur von der Temperatur abhängig. So sind Pflanzen im Jugendstadium kälteempfindlicher als ältere Pflanzen. Über den Sommer stark gedüngte und üppig mit Wasser versorgte Pflanzen, die große weiche Pflanzenzellen gebildet haben, tragen schneller Kälteschäden davon als Pflanzen, die eher „mager“ gehalten wurden und deren Gewebe kleiner und stabiler sind.

Pflanzen abhärten

Kübelpflanzen fristen ihr Dasein oft mehrere Monate in einem meist sehr ungünstigem Überwinterungsraum. Deshalb ist es sinnvoll sie möglichst lange im Freien zu lassen. Eine bessere Überwinterungsfähigkeit lässt sich erreichen, wenn man schon im Spätsommer dafür sorgt, dass das Wachstum gehemmt wird. Entfernen Sie die Untersetzer, damit Wasser schnell abfließen kann. Der Wasserverbrauch wird im Herbst eingeschränkt, weshalb Sie nur noch bei trockenem Wurzelballen gießen. Außerdem haben die Pflanzen beim Einräumen ein geringeres Transportgewicht. Das Düngen sollte ja bereits im August beendet sein, was ebenfalls für stabiles Pflanzengewebe sorgt.
An einem geschützten Platz im Freien, nahe am Haus, hat man die Möglichkeit Pflanzen länger draußen zu lassen. Das Abdecken mit einem Vlies oder einem Betttuch hilft, wenn es in der Nacht kalt wird. Gerade im November sind es manchmal nur wenige Tage, die leicht frostig sind. Die Abdeckung kann dann auch am Tag belassen werden. Grundsätzlich sollte man so spät wie möglich im Herbst einräumen und so bald wie möglich im Frühjahr wieder ins Freie. Dabei fördern Kältereize oft auch die Blütenbildung.

Der Platz zum Überwintern

Leider ist die Überwinterung das größte Problem, da meist optimale Plätze fehlen. Das Winterquartier sollte möglichst hell und kühl sein. Die Überwinterungstemperaturen liegen idealerweise bei fünf bis zehn Grad Celsius. Es eignen sich helle Kellerräume und kühle Wohnräume. Für kälteunempfindlichere Pflanzen können Sie Garagen und Kellerschächte ebenfalls nutzen. Kleingewächshäuser mit Frostwächter sind ebenfalls geeignet. Grundsätzlich gilt: je dunkler der Raum umso kühler sollte er sein. Umgekehrt heißt es, dass ein sehr heller Platz auch etwas wärmer sein darf.

Pflege im Winterquartier

Kontrollieren Sie die Pflanzen vor dem Einräumen. Schädlinge würden sich im Winter schnell vermehren, da die Bedingungen für die Pflanzen ungünstig, für die Schädlinge aber vorteilhaft sind. Entfernen Sie Verblühtes und Abgestorbenes, um Grauschimmel vorzubeugen. Gießen Sie erst bevor der Wurzelballen austrocknet. Zu groß gewordene Pflanzen können Sie vor dem Einräumen kürzen. Das schafft Platz und ermöglicht ein lockeres Aufstellen der Pflanzen nebeneinander.