Gartentipp
Es ist Kressezeit
25. November 2019

Die Kräuterernte im Garten ist nun fast vorüber. Doch auf der Fensterbank geht es los. Für täglich frische Vitamine sorgen junge Kressepflänzchen. „Die Anzucht von Kresse ist denkbar einfach“, so die Aussage der Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Der Lebensmitteleinzelhandel bietet nun auch verstärkt wieder die Grünsprossen in kleinen Karton-Schälchen an. Eine einfache Art in der dunklen Jahreszeit die Mahlzeiten mit jungem, frischem und würzigem Grün aufzupeppen.

Die Gartenkresse

Im Sommer im Garten als schneller grüner Lückenfüller, aber besonders beliebt im Winter auf der Fensterbank gehört die Kresse zu den Kreuzblütlern wie auch Kohl und Rettich. Der etwas scharfe Geschmack kommt von den enthaltenen Senfölen. Verwendet werden die Keimlinge, die oft schon nach wenigen Tagen erntefähig sind. In der Regel werden sie frisch verwendet. Im Gegensatz zu Keimsprossen werden bei Grünsprossen keine Wurzeln verwendet, sondern nur das Grüne abgeschnitten.
Die kleinen braunen Samen keimen im Dunkeln als auch bei vollem Tageslicht. Deshalb ist auch die Anzucht zuhause sehr einfach. Warme Temperaturen, wie sie in der Küche vorherrschen begünstigen die schnelle Entwicklung.

Kresse, eine „Kurzzeit-Pflanze“

Neue nutzbare Kräuter in einer Woche? Bei der Kresse geht das. Am besten gleich am Küchenfenster kultivieren, dann hat man sie im Blick, denkt an die Nutzung und auch gleich wieder an das neue Ansetzen. Der Handel bietet verschiedene Anzuchtsmöglichkeiten für Kresse an: Kresse-Igel, Anzuchtssets mit Kunststoffschalen, mal nur mit Wasser oder mit Anzuchtmatten aus Kokos, Hanf etc.
Kresseanzucht geht auch „Selfmade“: Man benötigt frisches, gut keimfähiges Kressesaatgut, eine am Boden flache und nicht zu hohe Schale und etwas Küchenkrepp. Als Schale eignen sich leere Eisdosen, flache Glasschalen, ein glasierter Tonuntersetzer oder Ähnliches. Die Behältnisse erhalten nun eine zugeschnittene Doppellage aus Küchenpapier. Anschließend wird diese befeuchtet und mit Kressesamen bestreut. Achten Sie darauf, dass nur etwa die Hälfte der Grundfläche mit den Samen bedeckt ist und ausreichend „weiß“ durchscheint. Bei zu dichter Aussaat bedrängen sich sonst die jungen Pflänzchen, wachsen nicht gleichmäßig und Fäulnis- und Schimmel ist leichter möglich. In den ersten zwei Tagen kann noch ein Teller oder ein Deckel lose auf die Anzuchtbehälter aufgelegt werden, damit die Samen gleichmäßig keimen und nicht zwischenzeitlich austrocknen. Zweimal am Tag gießt man nun etwa eine halbe Tasse frisches Wasser vorsichtig auf das Küchenpapier, um es sofort wieder abzugießen. Bis die Kresse gewurzelt hat, muss das Befeuchten sehr vorsichtig geschehen. Sonst schwimmen die Keimlinge davon. Später halten sie sich gegenseitig fest.
Nach einer Woche guter Pflege ist es dann soweit: die Ernte beginnt. Mit einer Schere schneidet man das grüne Superfood ab. Ist der Rand höher, so nimmt man vor dem Abschneiden die ganze grüne Kressewiese aus der Schale. Dann die Grünsprossen kurz gewaschen und ab in den Salat, auf das Pausenbrot oder wer viel Kresse hat, als eigene Suppe.

So geht es auch

Kresseanzucht ist sehr leicht. Durch die kurze Entwicklungszeit kann man auch Kinder begeistern. Es macht Spaß verschiedene Gefäße zu besäen; zu Ostern beispielsweise Kresse aus dem Ei. Hier verwendet man Watte statt saugfähigem Papier.
Ähnlich wie bei Kresse geht es auch mit anderen Kreuzblütlern wie z.B. Brokkoli, Rucola und Radieschen. Sie lassen sich ebenfalls als Grünsprossen ziehen und mit der Schere ernten. Das kann ein paar Tage länger dauern.