Gartentipp
Mit Zimmerpflanzen durch die lichtarme Zeit
6. Januar 2020

Pflanzen brauchen Licht zum Leben. In den Wintermonaten jedoch ist die Einstrahlung spärlich und rar – eine Fastenzeit für Zimmerpflanzen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Einige Pflanzen kommen jedoch auch mit wenig Licht zurecht und eignen sich deshalb gut als Innenraumbegrünung.

Licht ist wichtig

Gerade wenn im Winter draußen die Farbe Grau dominiert, sehnen wir uns nach dem Grün der Pflanzen. Doch leider zeigen sich manche Zimmerpflanzen in der lichtarmen Zeit nicht unbedingt von ihrer schönsten Seite. Trockene Luft, kurze Tage und wenig Licht überstehen nur wenige Gewächse optimal. Schwaches Licht, das uns zum Sehen ausreicht, genügt den meisten Pflanzen nicht. Sie reagieren mit Blattfall, weichen Trieben und verlieren ihre Widerstandkraft, wenn es ihnen zu dunkel wird. In Folge dessen können sich Schädlinge ungehindert breit machen.

Künstliches Licht

Das Auge kann uns täuschen. Hell und Dunkel sind subjektive Eindrücke. Mit einem Messgerät, dem Luxmeter, kann die tatsächliche Helligkeit bzw. Lichtintensität ermittelt werden. Es gibt Messdaten, die Sie durchaus auf Ihr Wohnumfeld übertragen können und deutlich machen, wie stark sich die natürliche Lichtstärke im Jahresverlauf verändert.
Hinter einer Fensterscheibe im Zimmer herrschen im Sommer etwa 10 000 Lux. Im Winter haben wir dort Lichtstärken von 2000 Lux. Dies ist als Lichtausbeute für die meisten Zimmerpflanzen ausreichend. Stehen Pflanzen im Winter etwa zwei Meter vom Fenster entfernt, müssen sie dort mit etwa 180 Lux auskommen. Dieser Wert gilt für Pflanzen allerdings als stockfinster.
Lampen können das Tageslicht nicht ersetzen, denn sie besitzen ein Lichtspektrum, das die Pflanzen nur in geringem Maße verwerten können. Anders ist das mit speziellen Pflanzenleuchten (auch LED), die auf die Bedürfnisse der grünen Gewächse abgestimmt sind. Allerdings können sie nicht überall zum Einsatz kommen.

Der richtige Umgang mit wenig Licht

Tropische und subtropische Pflanzen benötigen zwar viel Licht, sind jedoch auch sehr anpassungsfähig. Reichen Tageslicht und Tageslänge nicht mehr aus, können die Pflanzen ihr Wachstum einstellen, wenn die Temperaturen zugleich abgesenkt und die Wassergaben stark reduziert werden. Sollte dies nicht erfolgen, so vergeilen die Pflanzen, das heißt, sie entwickeln lange, dünne unansehnliche Triebe.
Suchen wir Pflanzen, die mit wenig Licht auskommen sollen, so müssen wir uns mit den Bedingungen am natürlichen Standort auseinander setzen. Pflanzen die noch mit Lichtstärken um 300 Lux überdauern können sind Bodenpflanzen des tropischen Regenwaldes. Sie werden dauernd beschattet und leben im steten Dämmerlicht.
Unschlagbar ist die Efeutute (Epipremnum aureum) um dunkle Bereiche zu begrünen. Etwas größere Blätter haben die Baumfreundarten (Philodendron erubescens, P. scandens). Zur gleichen Familie gehört auch das robuste Fensterblatt (Monstera deliciosa). Allerdings verschwinden die dekorativen Ausbuchtungen bei wenig Licht. Dann bilden sie zur größeren Lichtausbeute, ganze, großflächige Blätter aus. Eine Überlebenskünstlerin im Dunkeln ist die Schusterpalme (Aspidistra elatior). Unter den Drachenbäumen können die breitblättrigen Arten (Dracaena fragrans, D. demerensis) in düsteren Ecken überleben. Immer öfter sieht man Schwiegermutterzunge oder Bogenhanf (Sansevieria) wieder. Eine extrem pflegeleichte Pflanze mit aufrechtwachsenden Riemenblättern. Der Zimmerefeu macht ein gutes Bild als Hängepflanze von Regalen oder Schränken.

Infos zum Hören: "Licht - wichtig für das Pflanzenwachstum"