Gartentipp
Gehölze im Winter
27. Januar 2020

Ein Garten im Winter ist keinesfalls leblos und unattraktiv. „Gerade Gehölze bieten einen besonderen Reiz in der kalten Jahreszeit“, versichern die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie.

Rindenstrukturen, auffällige Knospenstrukturen sowie erste, manchmal unscheinbare Blüten werden in der laublosen Zeit besonders wahrgenommen.

Knospen und Rinde im Winter

Gehölze, die noch im Winter oder Frühling blühen, bilden nun immer dicker werdende Knospen. Bei manchen lässt sich die Blüte schon erahnen. Knospen sind keineswegs einheitlich. Bei genauerem Hinsehen besitzt oft jede Pflanzengattung eine andere typische Form und Eigenart: kugelig, länglich, spitz, klebrig, schuppig, pelzig. Eine Gehölzbestimmung erfolgt in der laub- und blütenlosen Zeit oft über die Knospen.
Fehlt das üppige Grün im Garten fallen farbige Rinden der Gehölze auf. Hier punkten verschiedene Hartriegel (Cornus alba ‘Spaethii‘ und ‘Sibirica‘, Cornus sanguinea ‘Winter Flame‘, Cornus stolonifera), die besonders an den einjährigen Trieben ihre Farbpracht in rot, orange oder hellgrün präsentieren. Strahlend weiße Rinde besitzt die Himalaya-Birke (Betula utilis) und wird damit zum Hingucker.

Blüten im Winter

Bei milden Temperaturen und Sonne summt und brummt es oft schon im Januar und Februar. Einige Gehölze zeigen jetzt schon ihre Blüten und locken Insekten an. Hummeln und sogar Honigbienen besuchen die gelben Blüten von Kornelkirsche (Cornus mas), die weißen bis zartrosa farbenen Blüten der Winter- oder Schneekirsche (Prunus subhirtella ’Autumnalis‘ und weißen Blüten der Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Letztere riechen intensiv fruchtig und zitronig. Der recht kompakt wachsende Strauch besticht mit seiner üppigen Blütenfülle und dem betörenden Duft. Leider findet man ihn recht selten in den Gärten. Eine weitere Besonderheit ist die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox), deren cremeweiße bis hellgelben Blüten ebenfalls duften.
Beim Duftschneeball (Viburnum farreri) erscheinen die einzelnen Blüten der nur wenige Zentimeter langen Blütenrispen im Knospenzustand erst rosa und werden dann beim Aufblühen weiß. Leider sind die Blüten durch Nachtfröste gefährdet. Deshalb ist es sinnvoll, den Duftschneeball an einem geschützten Standort zu pflanzen. Farbintensiver und größer sind die Blüten des Winterschneeballs Viburnum bodnantense ‘Dawn‘. Seine Blüten vertragen Fröste besser.
Möchten Sie die Gehölze live erleben?
Die Bayerische Gartenakademie bietet am 7. Februar 2020 um 15 Uhr eine Führung durch das Gelände der LWG an. „Winterschlaf und erstes Erwachen - Rinde, Knospen und Blüten von Gehölzen im Winter“ lautet der Titel dieser interessanten Führung. Kosten 5 € je Person. Treffpunkt ist der Wintergarten im Verwaltungsgebäude der LWG.