Gartentipp
Anzucht von Paprika und Co.
10. Februar 2020

Am Ende des Winters merken wir die zunehmende Kraft der Sonne. Zeit, um junge Pflänzchen keimen zu sehen. Wie die Anzucht von Paprika und anderen Gemüsearten gelingt, verraten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Im Januar waren noch vorbereitende Arbeiten angesagt, doch im Februar beginnt das „eigentliche“ Gartenjahr. Eifrige Freizeitgärtner säen Gemüse selbst aus. Zu den ersten Aussaaten gehört Paprika.

Der richtige Aussaattermin auf der Fensterbank

Für Aussaaten im Januar ist es zu früh, da während kurzer Tage und bei trübem Himmel auflaufende Saaten wegen Lichtmangel nur lange und dünne Triebe bilden. Selbst am hellsten Fenster bekommen die Pflänzchen im Vergleich zum Freien auf der Fensterbank nur die Hälfte Licht. Die ungünstige Lage verschärft sich, wenn unter dem Fensterbrett eine warme Heizung läuft.
Paprika besitzt eine lange Anzuchtphase, weshalb man ihn im Februar aussät. Eine etwa fünf Zentimeter tiefe Schale wird mit Aussaaterde gefüllt. In kleine Furchen, mit etwa einem halben Zentimeter Tiefe und einem Abstand von vier Zentimetern, wird alle zwei Zentimeter ein einzelnes Saatkorn gelegt. Nach dem Füllen der Saatrillen erfolgt ein sehr vorsichtiges Angießen mit einer zarten Brause oder einer Sprühflasche, um ein Abschwemmen zu vermeiden.

Die weitere Pflege nach der Aussaat

Für ein zügiges Keimen sind 25 Grad Celsius optimal. Kühlere Temperaturen verzögern die Keimung und es besteht die Gefahr von Fäulnis. Erscheinen dann die ersten Keimblätter ist viel Licht wichtig. Ein Platz am hellen Südfenster eignet sich deshalb besonders.
Bilden sich in der Triebmitte erste Laubblättchen ist die Zeit zum Pikieren gekommen. Hierzu werden die jungen Pflänzchen einzeln in Töpfe gesetzt. Die Temperatur kann dann etwas reduziert sein, um kräftige und stabile Jungpflanzen zu erhalten. Licht spielt weiterhin eine sehr wichtige Rolle.
Vergessen Sie während der ganzen Anzuchtzeit das stete, jedoch mäßige Gießen nicht. Das Substrat darf nicht zu nass sein, da besonders Paprikapflanzen darunter sehr leiden. Als Folge ist das Wurzelwachstum stark gehemmt. In die geschwächten Pflanzenteile können Welkepilze eindringen und die jungen Pflanzen zum Absterben bringen.
Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Anzuchten dann ins Freiland gesetzt werden. Alternativ eignen sich Paprika auch als Kübelpflanze. Diese erhalten an warmen Tagen schon im April ihren Platz im Freien. Wird es nochmals kalt, räumt man die Gefäße, vor allem nachts, wieder ein.

Mit anderen Fruchtgemüsen kann man noch warten

Tomaten, Kürbis, Zucchini und Gurken pflanzt man auch erst Mitte Mai ins Gartenbeet. Ihre Pflanzenanzucht hat noch Zeit, denn die Anzuchtdauer ist teilweise wesentlich kürzer als bei Paprika. Für Tomaten. Hierfür reicht die Aussaat an der Fensterbank noch Mitte März, um kräftige und stabile Jungpflanzen zu erhalten. Zucchini und Kürbis sät man etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in den Garten. Bei Gurken geht es besonders schnell, hier reichen zwei bis drei Wochen.

Alternative: Jungpflanzenkauf beim Gärtner

Haben Sie keine optimalen Bedingungen für die eigene Anzucht von Pflanzen, empfiehlt sich kräftige, gesunde Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen. In geheizten Glashäusern kann der Fachmann Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren und die Jungpflanzen „abhärten“.
Übrigens: Haben Sie bei der Eigenanzucht zu viele Sämlinge erhalten, so freuen sich gartenliebende Nachbarn, einen Teil davon zu erhalten.