Gartentipp
Schwärme schwarzer Mücken in unseren Gärten
27. April 2020

Mancherorts beobachtet man pechschwarze, pelzig behaarte Mücken in den Gärten. Auch in Wald und Flur fliegen sie träge durch die Luft oder sie rasten an Blüten, Gehölzen oder Gebäuden. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie klären auf, um welche Insekten es sich handelt.

Besorgte Anrufer berichten am Gartentelefon von den auffälligen, etwa ein Zentimeter großen Insekten, die nur einen kurzen Zeitraum in Erscheinung treten und dann in kleineren oder größeren Schwärmen auftreten.

Die Mücken im Frühjahr

Es handelt sich um eine Haarmücke. Sie wird auch als Märzfliege oder Markusmücke bezeichnet. Üblicherweise tritt sie ab März bis Mai auf, jedenfalls um den 25. April herum, dem Markustag. Deshalb wird sie auch Markushaarmücke genannt. Lagen die Tiere im März noch im Kälteschlaf, sind sie jetzt nach mehreren warmen Tagen plötzlich, teilweise massenhaft erschienen. Sie leben nur noch wenige Wochen, in denen die Weibchen in humosen, am liebsten leicht feuchten Böden bis zu hundert Eier in Gruppen ablegen. Den Sommer über fressen die Larven von organischem Material, das von Kompost oder Mist stammt. Nur bei Nahrungsmangel kann es eventuell vorkommen, dass die älteren Larven Wurzeln anfressen.
Märzfliegen gehören zu den größten Haarmücken Europas und werden etwa einen Zentimeter lang. Männliche Tiere haben im Gegensatz zu den Weibchen sehr große kugelige Augen, beim Fliegen lassen sie die Hinterbeine schräg nach unten baumeln. Sie wirken recht plump. Die erwachsenen Mücken ernähren sich von Honigtau, Nektar und Pollen. Gleichzeitig tragen sie zur Bestäubung der Obstblüten bei und verbessern somit die Befruchtung bei vielen Fruchtgehölzen.

Die Mücken im Herbst

Da die Larven empfindlich gegen Trockenheit, nicht aber Kälte sind, kommen sie in Jahren mit starken Niederschlägen oder auch in feuchten Gebieten häufiger vor. Nach starken Regenperioden im Herbst treten deshalb oft raupenähnliche Tiere in Massen im Bereich von Steinplatten oder gelagerten Hölzern auf. Diese Knäuel dunkler, beinloser Larven mit einer dunkelbraunen Kopfkapsel sind die Larven der Haarmücken. Sie leben am liebsten unter Falllaubschichten, wo sie vermodernde Pflanzenteile fressen. Nur gelegentlich knabbern sie auch an Wurzeln. Nennenswerte Schäden sind aber selten. Die Überwinterung erfolgt schließlich in Bodentiefen von etwa fünf bis zehn Zentimetern. Besonders groß sind die Larven der Gartenhaarmücke (etwa 16 Millimeter), weshalb sie auch auffallen. Um möglichen Schaden im Garten zu verhindern, können Sie ein Zuviel an Larven aufsammeln, wenn sie in Haufen aus der Erde kommen.