Gartentipp
Winterschäden
8. März 2021

Beim Frühjahrsputz im Garten fallen nun die Auswirkungen der sehr frostigen und zum Teil sehr sonnigen Woche im Februar auf. Dank des rechtzeitigen Schneefalls zeigen Stauden und Zwiebelblumen kaum Schäden. Dass immergrüne Gehölze jedoch besonders gelitten haben erfahren die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie am Gartentelefon.

Auch im Klimawandel sind frostige Temperaturen möglich. In der Gesamtsumme war jedoch der Februar zu warm, auch wenn die Temperaturen zeitweise im zweistelligen Minusbereich lagen. Dann gab es Temperatursprünge von über 30 Grad, sodass fast warme 20 Grad Celsius erreicht wurden.

Erkennbare Schäden an Pflanzen

Schaut man sich im Garten oder auch in der Umgebung um, so erkennt man nun verbräunte Pflanzen. Oft sind es nicht ganze Pflanzen, sondern Teile wie einzelne Blätter oder junge Austriebe. Manchmal sind auch nur einseitige Schäden erkennbar oder der Schaden tritt an oberen Pflanzenteilen auf. Es sind vor allem immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja, Liguster, Heckenmyrthe (Lonicera nitida). Auch der sonst in Weinbaugebieten und an geschützten Standorten kälteverträgliche ausgepflanzte Rosmarin zeigt deutlich braune Verfärbungen und Frostschäden. Pflanzen in Kästen und vor allem kleineren Gefäßen sehen oft ebenfalls erfroren aus.

Doch beispielsweise bei Liguster sieht der Schaden schlimmer aus als er ist. Er hat die Blätter verloren und die Triebe sind bräunlich verfärbt. Kratzt man aber mit dem Daumen an der der Rinde, so ist der Zweig noch grün.

Mancherorts hatten die Rosen schon angetrieben. Der starke Frost hat dies wieder zunichte gemacht und es sind sogar ganze Triebe erfroren. Schneiden Sie Rosen deshalb nicht zu früh. So können Sie frostgeschädigte Triebe entfernen und haben trotzdem noch genug Knospen für junge Austriebe.

Frosttrocknis

Pflanzenschäden durch Kälte? Meist nur indirekt, denn größtenteils sind vor allem immergrüne Pflanzen vertrocknet. Wie kann das sein? Durch die tiefen Temperaturen konnten die Pflanzen das Wasser nicht in die Blätter transportieren. Bei Pflanzen in Kästen oder Gefäßen war der gesamte Wurzelballen durchgefroren; eine Wasseraufnahme somit unmöglich. Bei größeren Gehölzen im Garten kam außer dem gefrorenen Holz auch noch Wassermangel im Boden dazu, obwohl der Boden heuer nicht durchgefroren war.

Betrachtet man die geschädigten Pflanzen erkennt man, dass der Standort eine wesentliche Rolle einnimmt. Geschützte Stellen, z.B. nahe der Hauswand, im halbschattigen Bereich, zeigen oft weniger Schäden. In offenen Lagen, mit Wind und Wintersonne, ist die Schädigung meist größer. Bei Gehölzen an Straßen oder Gehwegen können die Auswirkungen größer sein oder sich auch in den nächsten Wochen noch zeigen, wenn Streusalz eingesetzt wurde.

Schnee schützt

Noch rechtzeitig vor den eisigen Temperaturen fiel Schnee, selbst in milden Gegenden, wo Schnee kaum noch gekannt wird. Schnee legt sich schützend wie ein Teppich über die Erde und die Pflanzen. Niedrige Zwiebelblumen wie Winterling, Schneeglöckchen und Krokus zeigen keinen Schaden und sie blühen einfach weiter. Selbst Feldsalat auf dem Beet hat die Kältewelle unbeschadet überstanden. Unter der Schneedecke war der Boden gar nicht durchgefroren.

Und dann…..

Schneiden Sie geschädigte Pflanzenteile zurück. Eine leichte Düngung erleichtert den Pflanzen mit den Schädigungen zurechtzukommen. Nutzen Sie die Chance bei Totalverlust und verändern Sie den Garten mit Neuem.

Auch in Zukunft wird es längere frostige Phasen im Winter geben, die oft nur sehr lokal zu Schäden führen. Wässern Sie bei offenem Boden gelegentlich im Herbst und Winter Ihre Immergrünen vor allem vor Frostphasen, um Frosttrocknis vorzubeugen. Bei Obstbäumen hilft das Weißeln der Stämme oder das Umbinden mit Tannengrün bzw. Jute oder Vlies. Dann erwärmt sich der Stamm bei starker Sonneneinstrahlung nicht so stark und der Saftfluss wird verzögert. Starke Fröste könnten sonst zu Stammrissen führen.