Gartentipp
Blätter zeigen Blasen
31. Mai 2021

Jetzt wenden sich immer häufiger aufgeregte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Johannisbeere und Pfirsich blasige Blätter aufweisen. Die Veränderungen fallen besonders auf, da sie zusätzlich rot verfärbt sind.

Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich ist, sind die Verursacher ganz verschieden. Blattläuse bzw. Milben und ein Pilz sind die Schaderreger.

Blasen an den Johannisbeerblättern

An den Sträuchern roter Johannisbeersorten fallen die blasigen und rot gefärbten Aufwölbungen an den grünen Laubblättern besonders auf. Dreht man das Blatt um, so befinden sich auf der Blattunterseite häufig grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Durch die Saugtätigkeit der Läuse an den ganz jungen Blättern entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum vitaler Sträucher ist nicht eingeschränkt. Wiederholter Starkbefall, besonders bei jungen Pflanzen jedoch könnte zu Blattfall führen und somit die Pflanze schwächen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen deshalb bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger. Deshalb sind die Schädlinge oft schon gefressen, bevor die roten Schädigungen auffallen. Die Läuse können auch auf ihre Sommerwirte, das sind andere krautige Pflanzen gewandert sein. Im Herbst kommen sie dann zurück an die Johannisbeere, wo die Johannisbeerblasenlaus an den Trieben Eier ablegt, aus denen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse schlüpfen.

Blasen an den Pfirsichblättern

Viele Pfirsich- und vor allem Nektarinenbäume zeigen nun stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, haben eine fleischfarbige bis dunkelrote Farbe und brechen leicht. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit, einer Pilzkrankheit. Starker Befall über Jahre hinweg und die dadurch geringere Fotosyntheseleistung schwächt die Pflanze. Auch die Früchte können daher zeitweise nicht mehr richtig ernährt werden und fallen zum Teil auch ab. Gegen diesen Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Bei feuchter Witterung werden die Pilzsporen zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Nur denkt man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen und das Knospenschwellen ist sehr witterungsabhängig. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern. Ein Rückschnitt der Pflanze im Herbst verringert ebenfalls den Befallsdruck. Es zeigt sich, dass gelbfleischige Sorten besonders anfällig sind, während die weißfleischigen Pfirsichsorten ‘Benedicte‘ und ‘Fruteria‘ nicht so stark betroffen sind.

Blasen an den Wein- und Birnenblättern

Auch an den Blättern des Weinstocks und der Birne können pockenartige, oft rötlich gefärbte Erhebungen auftreten. Bei beiden sind es Milben, die das Schadbild hervorrufen: die Rebenpockenmilbe und die Birnenpockenmilbe. Da sich mehrere Generationen im Jahr bilden, reduzieren Sie den nächsten Befall, wenn Sie die geschädigten Blätter schnell entfernen. Im Herbst wandern die kleinen Tiere zurück in die Knospen zum Überwintern. Bei starkem Milbenbefall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben (verschiedene Rapsölprodukte) rechtzeitig beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.