Gartentipp
Leuchtend rotes Wildobst – die Kornelkirsche
13. September 2021

Jetzt leuchten die roten Früchte der Kornelkirsche schon von Weitem. Doch vielen ist das Wildobstgehölz mit seinen attraktiven Früchten nicht bekannt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Wildobst punktet mehrfach: Optik, Nutzen und Robustheit. Blüte, Frucht und Herbstfärbung sind oft auffallend. Die Früchte lassen sich verwerten oder bieten Nahrung für verschiedene Tiere im Garten.

Erntezeit der Früchte

Leuchtend rot und glänzend hängen die Früchte der Kornelkirsche jetzt im September im Strauch. Sie erinnern von der Form her ein bisschen an Oliven. Auch besitzen sie wie diese einen länglichen harten Stein im Inneren. Erst korallenrot, färben sich die Früchte mit zunehmender Reife ins tiefe Dunkelrot. Sind sie schließlich ausgereift, fallen sie fast von selbst vom Strauch und haben einen angenehm süß-herben Geschmack. Vor der Vollreife und beim Rohgenuss besitzen die Früchte eine milde adstringierende Wirkung und ziehen das Gewebe der Mundschleimhaut leicht zusammen.

Es wird höchste Zeit für die Ernte, wenn erste Früchte fallen. Denn auch Vögel interessieren sich. Zur Arbeitserleichterung können Sie ein Vlies oder eine Folie unter dem Strauch auslegen und die Früchte abschütteln und einsammeln. Die Kirschessigfliege legt in die schon fast reifen Früchte ihre Eier ab. Bemerken Sie Befall, werden auch diese Früchte sorgfältig eingesammelt und fachgerecht entsorgt, um den Entwicklungskreislauf zu unterbrechen und die nächste Schädlingspopulation zu reduzieren.

Die herb-süßen Früchte können Sie roh als Naschobst genießen oder zu Fruchtaufstrichen, Saft und Likör verarbeiten. Gemischt mit Himbeeren, Birne oder Apfel wird der fruchtige Aufstrich milder.

Kornelkirsche als Wildobst im Garten

In einen naturnahen Garten passt Wildobst besonders gut. In kleinere Gärten sogar die Kornelkirsche Cornus mas. Zwei bis sechs Meter kann dieser langsam wachsende Strauch erreichen. Da er gut schnittverträglich ist, lässt er sich auf der gewünschten Endhöhe halten. Er liebt kalkhaltige Böden in der Sonne oder im Halbschatten. Trockenere Standorte und das Stadtklima verträgt der anspruchslose und robuste Strauch ebenfalls.

Was die Kornelkirsche besonders macht ist ihre frühe Blütezeit. Unter günstigen Bedingungen erscheinen die kleinen gelben Blütendolden schon im Februar, spätestens im März. So liefern sie – im Gegensatz zur steril blühenden Forsythie - erste Nahrung für Bienen und andere Insekten durch reichlich Nektar. Erst später entwickeln sich die satt grünen und glänzenden Laubblätter. Diese färben sich im Herbst leuchtend gelb. Die Kornelkirsche ist also zu allen Jahreszeiten schön.

Steht die Pflanze frei, so kann sie sich zu einem Großstrauch entwickeln, der durch das langsame Wachstum nur gelegentlich mal ausgelichtet wird. Hierfür eignen sich spezielle Fruchtsorten, wie ‘Kasanlaker‘ oder ‘Jolico‘, die größere Früchte hervorbringen. Allerdings benötigt man zur Befruchtung eine weitere Sorte oder die Wildform, die kleinere Früchte trägt. Die Wildform von Cornus mas lässt sich aufgrund der Schnittverträglichkeit gut als ein- bis zwei Meter hohe Hecke verwenden. Die Früchte hängen dann mehr im Inneren, am älteren Holz.