Gartentipp
Der Tag der Kräuter – Mariä Himmelfahrt
10. August 2026
In vielen Regionen Bayerns pflegt man am 15. August (wieder) eine alte Tradition: das Binden von Kräuterbüscheln für die Segnung an Mariä Himmelfahrt (auch „Mariä Würzweih“ genannt). Früher war dieser Tag der Beginn zum Sammeln der Würz- und Heilkräuter, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Kräuter entfalten im Sommer ihre größte Wirkung. Durch die Sommersonne enthalten sie viele Aromastoffe und ätherische Öle. Es ist die Zeit, um die Kräuter zu sammeln und für den Winter zu trocknen.
Kräuterbuschen binden
Regional verschieden besteht ein Büschel oder Buschen aus einer unterschiedlichen Anzahl an Kräutern. Jedoch hat diese stets eine mystische oder symbolträchtige und besondere Bedeutung. So werden häufig 7, 9, 12, 24, 77 oder eine andere „durch drei teilbare“ Zahl verwendet. In der Regel beinhaltet ein solcher Buschen traditionelle Heilkräuter, die je nach Gegend variieren können. Die Mitte ziert oft ein Trieb der Königskerze. Außer (heimischen) Kräutern befinden sich auch andere Pflanzen, die mit Maria in Verbindung stehen, z.B. Rose und Getreideähre. Oft stehen die kleineren Büschel noch ein paar Tage in der Vase mit Wasser, bevor sie kopfüber aufgehängt und an einem kühlen und dunklen Platz getrocknet werden. So bewahren sie noch lange den Duft und die Farben eines sonnigen Augusttages. Dann schmücken die geweihten Kräuterbuschen das Zimmer oder auch den Stall. Sie vertreiben böse Geister und schützen vor Krankheit.
Kräuterbuschen aus dem Garten
In den Gärten finden sich eine Vielzahl verschiedenster Kräuter und Heilpflanzen. Dazu gehören beispielsweise Johanniskraut, Königskerze, Lavendel, Majoran, Pfefferminze, Ringelblumen, Rosmarin, Salbei, Thymian, Weinraute, Wermut, Zitronenmelisse oder Ysop. Neben den Blüten des Gewürz-Fenchel und der Wilden Möhre werden Blüten von Rainfarn, Hibiskus, Schafgarbe, Kamille, Baldrian, Frauenmantel, Roter Sonnenhut und Dost für die Kräuterbüschel verwendet. Auch die Goldrute und die Blüten des Spitzwegerichs können Sie einbinden. Finden Sie noch mehr in Ihrem Garten?
Mariä Himmelfahrt – Bedeutung
Eine Legende sagt, dass die Jünger Jesu beim Öffnen des Grabes von Maria Rosen- und Lilienblüten sowie Kräuter vorfanden, nicht jedoch deren Leichnam. Daraus entwickelte sich seit dem 10. Jahrhundert der Brauch, Kräuter an Mariä Himmelfahrt zu weihen. Bereits Griechen, Römer und die germanischen Völker nutzten die Heilkraft der Pflanzen. Die damit verbundenen Bräuche wurden dann vielfach vom Christentum übernommen. In überwiegend katholischen Gebieten Bayerns sowie im Saarland ist der 15. August ein Feiertag. Er erinnert an die Aufnahme Marias in den Himmel und wird in Messen und Prozessionen gefeiert, in Verbindung mit der Kräuterweihe. Nach der Kräutersegnung nimmt man den Strauß mit nach Hause und bewahrt ihn, häufig in der Nähe des Kreuzes, auf.
Sommerzeit - Kräuterzeit
Im Sommer haben die Würz- und Heilkräuter besonders viele Inhaltsstoffe weshalb zwischen dem 15. August und 15. September besonders viele Kräuter für den Wintervorrat gesammelt und getrocknet werden. Sie würzen und heilen dann in der kalten Jahreszeit. Nutzen Sie warme und sonnige Tage. An einem luftigen Ort mit geringer Luftfeuchte und ohne direkte Sonneneinstrahlung trocknen die Kräuterbüschel schnell. Dies vermeidet den Befall mit Schimmelpilzen und das Ausbleichen der Farbe. Später kommen die Kräuter in ein verschlossenes Glas. So haben Sie auch im Winter sommerliche Würze.

