Gartentipp
Stacheliger Exot – die Litschi-Tomate
17. August 2026

Im Schaugarten der Bayerischen Gartenakademie gibt es immer viel Außergewöhnliches zu entdecken. In diesem Jahr fällt eine besonders wehrhafte Pflanze auf. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Litschi-Tomate vor.

Kartoffelblüte, lange dünne Stacheln und eingehüllte rote Früchte, ein wärmeliebender Exot: die Litschi-Tomate sieht man nur selten in Gärten.

Wissenswertes zur Litschi-Tomate

Die Litschi-Tomate trägt den botanischen Namen Solanum sisymbriifolium. Sie gehört wie Kartoffel, Aubergine und Tomate zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Dies erkennt man vor allem an der typischen Blüte in weiß oder blassviolett bis hellblau. Ursprünglich stammt sie aus Mittel- und Südamerika, wo sie vielerorts wild wächst. Dort ist die Pflanze mehrjährig. Bei uns ist sie jedoch nicht winterhart und benötigt vor dem ersten Frost einen hellen und kühlen Überwinterungsplatz. Aufgrund der Größe kann sie zuvor auch zurückgeschnitten werden.

Früchte der Litschi-Tomate

Ein bisschen Litschi, ein bisschen Tomate: Die Früchte reifen in einer sehr stacheligen Fruchthülle heran und hängen wie bei der Tomate, in Rispen an der Pflanze. Sie sind in etwa so groß wie Kirschen oder kleine Tomaten und enthalten viele kleine Samen, ähnlich wie bei Physalis. Mit zunehmender Reife öffnen sich die Hüllen und trocknen ein, die leuchtend roten Früchte kommen zum Vorschein. Je nach Witterung erntet man die leicht klebrigen Früchte meist ab Mitte/Ende August, in dem man sie aus der Hülle befreit. Bei günstiger Witterung ist sogar eine Ernte bis in den Oktober hinein möglich. Wird es draußen bereits zu kalt, können die Früchte – ähnlich wie Tomaten – im Haus nachreifen.

Verzehrt werden nur die roten und vollreifen Früchte. Sie können diese direkt roh von der Pflanze naschen, aber auch in Kombination mit Sommersalaten verwenden, als fruchtige Salsa zum Grillen, gekocht in sommerlichen Gemüsepfannen, als Chutney oder Marmelade. Häufig wird der Geschmack als süß-säuerlich beschrieben und vor allem mit Kirschen verglichen. Daneben werden auch Aromen von Melone, Tomate, Physalis und Litschi genannt.

Die Litschi-Tomate im Garten

Die wehrhafte Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 1,5 bis 2 Meter, wächst buschig und wirkt beinahe etwas wild. Deshalb sollte man ihr ausreichend Platz zur Verfügung stellen und sie an einem Stab anbinden. Besonders auffällig sind die zahlreichen Stacheln an der gesamten Pflanze. Sie befinden sich an den Fruchthüllen, den Stängeln sowie an den Blattunterseiten. Daher ist bei Pflege und Ernte etwas Vorsicht geboten und dicke Handschuhe ratsam. Gleichzeitig bieten die Stacheln der Pflanze einen natürlichen Schutz vor Schnecken und anderen Fraßfeinden.

Die Litschi-Tomate wächst sowohl im Kübel als auch im Freiland. Sie bevorzugt einen warmen, sonnigen und windgeschützten Standort. Wie Tomaten sollte auch die wärmeliebende Litschi-Tomate erst nach den letzten Frösten im Mai ausgepflanzt werden. Dann wächst sie recht schnell. Ein durchlässiger und humoser Gartenboden mit gleichmäßiger Bodenfeuchte, jedoch ohne Staunässe, ist ideal.

Achtung! Nicht jeder möchte eine Vielzahl wehrhafter und stacheliger Pflanzen im Garten haben. Fallen nämlich die reifen Früchte auf die Erde und werden nicht aufgelesen, können die Samen durchaus im Boden überdauern und im nächsten oder übernächsten Jahr keimen.