Gartentipp
Leere Beete noch sinnvoll nutzen
31. August 2026
Manche Gartenbeete stehen leer oder weisen Lücken auf. Entweder waren die Pflanzen abgeerntet oder durch Witterung und Krankheiten stark geschädigt. Es ist jedoch wichtig den Boden bedeckt zu halten. Deshalb raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zur Nachnutzung.
Mit Pflanzungen von Herbst- und Wintersalaten sowie die Aussaat von Feldsalat, Spinat, Wintererbse, Kresse und Gründüngung werden die Beete schnell wieder grün.
Offenen Boden begrünen
Pflanzen auf den Beeten begrünen nicht nur leere Flächen, sie verbessern und schützen den Boden und verhindern die Auswaschung von Nährstoffen. Zudem haben wir durch den Klimawandel längere Anbau- und Erntemöglichkeiten, sodass fast das ganze Jahr für den Gemüseanbau genutzt werden kann. Somit sind Aussaaten und Pflanzungen auch noch im Herbst möglich.
Pflanzen beschatten den Boden, schützen vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. Dies ist gerade bei Extremwetter besonders wichtig. Durch die Bodenbedeckung unterdrücken sie außerdem Unkräuter, die sich sonst schnell massenhaft ausbreiten würden. Noch vorhandene Nährstoffe, vor allem Stickstoff, wird zum Wachstum benötigt und somit vor Auswaschung bewahrt.
Jetzt pflanzen - in der kalten Jahreszeit ernten
Lücken auf den Beeten, die durch Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen entstanden sind, lassen sich problemlos mit Pflücksalat und Endivien sowie Batavia-Salat bepflanzen. Geeignet sind außerdem Chinakohl- und Zuckerhut. Durch warme Temperaturen und Niederschläge wachsen die Pflanzen teilweise zu großen Köpfen heran. Chinakohl und Zuckerhut sind kälteverträglich und legen daher oft auch noch im November an Größe zu. Empfindlichere Pflücksalate und Endivien decken Sie bei drohendem Frost mit einem Vlies ab. Die Aussaat von Asia-Salaten und sogenannten Babyleafs ist ebenfalls möglich. Schon bald erscheinen junge frische Blättchen für die Ernte.
Feldsalat bildet den ganzen Herbst und Winter hindurch schmackhafte Blattrosetten. Im September wird noch gesät. Praktischer ist das Pflanzen von jungem Feldsalat in Erdpressballen. Jede freie Beetlücke kann dann schnell bestückt werden. Schon nach wenigen Wochen sind die Blattrosetten erntereif. Bis Mitte Oktober können Sie noch ins Freie pflanzen und im Winter oder zeitigen Frühjahr ernten. Feldsalat und Spinat säen Sie vorzugsweise in Reihe. Dies erleichtert das Hacken und Unkrautjäten.
Während die Radies- und Kresseernte schon bald nach der Aussaat beginnt, dauert es bei der Wintererbse länger. Sie sät man noch bis Oktober und erntet im nächsten Mai.
Ansonsten geht Gründüngung
Wer kein Gemüse mehr pflanzen möchte, sät Gründüngung ein. Damit können Sie zugleich den Humusgehalt und die Bodenfruchtbarkeit erhöhen. Die Krümelstruktur und die Wasserhaltefähigkeit werden verbessert sowie das Bodenleben gefördert. Schnellwachsende und auch winterharte Gründüngungspflanzen eignen sich besonders in wintermilden Gebieten auch noch für eine Aussaat bis Anfang Oktober. Der Klimawandel bringt meist noch sehr milde Herbsttemperaturen. Der Boden ist ausreichend warm und so können die Samen gut keimen und die Pflanzen wachsen. Gelbsenf und Phacelia bilden eine bodenschützende Blattmasse bis zum Frost. Ganz spät (bis November) können Sie noch Winterroggen aussäen. Achten Sie im Gemüsegarten bei der Wahl der Grüneinsaat auf die Fruchtfolge. Wenn Sie viel Kohl, Rettich oder Radies anbauen, sollten Sie möglichst keine Kreuzblütler wie Senf, Ölrettich und Raps verwenden.
Im Frühherbst wird grundsätzlich nichts eingearbeitet. Bei der Verrottung entstehen wertvolle Nährstoffe, die ausgewaschen werden können. Oft ist noch ein Umgraben im Dezember oder Januar kurz vor dem Durchfrieren des Bodens möglich. Oder man lässt die Gründüngung einfach bis zum Frühjahr stehen. Winterharte Gründünger bilden viel Grünmasse und verholzende Teile, die den Boden über den Winter schützen. Ist das Einarbeiten im Frühjahr schwierig, reißen Sie die Pflanzenreste aus und kompostieren diese oder mähen Sie ab und graben die Flächen mit einem flach gehaltenen Spaten wenige Wochen vor der Beetnutzung um.
Frostempfindliche Gründüngungspflanzen, die durch die Kälte abgestorben sind, bleiben noch als Mulch auf dem Boden liegen. Pflanzenreste werden im Frühjahr eventuell abgerecht und kompostiert oder auch untergegraben.

