Gartentipp
Köstliche Trauben aus dem Garten
7. September 2026

Manche färben sich noch und andere sind erntereif: wohlschmeckende Trauben frisch vom Rebstock. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie freuen sich jährlich auf fruchtige Tafeltrauben zum Naschen.

Während typische Keltertrauben anfällig für Oidium (Echter Mehltau) und Peronospora (Falscher Mehltau) sind, bleiben viele Tafeltrauben bei richtiger Pflege und optimalem Standort weitestgehend gesund.

Gesunde Trauben im Garten

Voraussetzungen für einen vitalen Rebstock und gesunde Trauben sind eine robuste/pilzwiderstandsfähige Sorte, Standort, Schnitt und Pflege. Spezielle Rebschulen und auch gut sortierte Baumschulen bieten Tafeltraubensorten an, die widerstandsfähig gegen die typischen Pilzkrankheiten Echten und Falschen Mehltau sind.

Neben der Sorte spielt der Standort eine große Rolle. Dieser sollte sonnig und durchlässig sein. Nach dem Pflanzen sind Schnittmaßnahmen im Winter und regelmäßige Pflegemaßnahmen in der Wachstumszeit sehr wichtig. Grundsätzlich gilt es die Rebstöcke locker und luftig aufzubauen, damit die Blätter und Früchte bei Niederschlägen schnell abtrocknen können. Bei feuchter Witterung mit wiederholenden Regenereignissen und bedecktem Himmel leiden Rebstöcke verstärkt unter dem Falschen Mehltau. Die Blätter zeigen gelbe Flecken, trocknen ein und fallen schließlich ab. Die Früchte werden grau-braun und schrumpfen ein. Hitzetage und kühle Nächte fördern hingegen den Echten Mehltau: weiß-grau bemehlte Blätter und Früchte. Befallene Früchte platzen unreif auf und legen den Samen frei (Samenbruch). Um Licht und Luft an die Pflanze zu bringen, sind regelmäßiges und rechtzeitiges Ausgeizen und Entblättern besonders wichtig. Wer dies konsequent durchhält, wird sich über wohlschmeckende und gesunde Früchte freuen!

Leckere Trauben naschen

Tafeltrauben im Garten dienen meist als Naschobst, eignen sich zusätzlich auch zur Begrünung von Mauern, als Schattenspender unter einer begrünten Pergola oder als Raumteiler (grüner Zaun). Es geht nicht darum große Mengen zu ernten, sondern über einige Zeit frische süße Vitamine zu naschen. Zum Abdecken eines größeren Zeitraums von einigen Wochen kombiniert man mehrere Sorten mit unterschiedlichen Reifezeiten (früh, mittel, spät). Zudem gibt es Sorten, die blau oder grün-gelb reifen, die entweder Kerne besitzen oder kernlos sind.

In trockenen Jahren oder Jahren, in denen es kaum anderes Obst gibt, hat man leider auch „Mitesser“. Die Tiere sind stets auf der Suche nach saftigen Früchten. Am bekanntesten sind sicherlich die Vögel, die sich mit Vogelschutznetzen abhalten lassen. Kleiner sind Wespen, die die ganze Beere ausfressen und nur die Haut übriglassen. Stellen Sie Wassertränken für Insekten und andere Tiere auf, um von den Trauben abzulenken. Ganz gemein ist die Kirschessigfliege. Sie schädigt die fast reife Beere, indem das weibliche Tier Eier unter die Beerenhaut ablegt. Organzasäckchen (Fruchtbeutel) oder feinmaschige Gemüsefliegennetze bieten daher die Möglichkeit die gefürchtete Kirschessigfliege abzuhalten. Netzt man nicht alle Trauben ein, haben Vögel und Wespen noch ausreichend Nahrung. Geschützte Trauben sind dann wertvolle Naschfrüchte, die sich zudem als Geschenk eignen, vor allem wenn man einen großen Ertrag hat.

Doch wann sind Trauben reif? Oft legen die Beeren noch an Zucker zu, wenn sie nach der Färbung noch hängen bleiben. Da lohnt sich ein Testen alle paar Tage, um den idealen Reifezeitpunkt zu ermitteln. Gerne zupft man dann eine Einzelbeere ab. Doch jegliche Verletzung oder Saftaustritt ist ungünstig, denn es siedeln sich rasch Fäulnis und Schimmelpilze an. Ernten Sie deshalb die Beere mit einer kleinen Schere oder dem Fingernagel am Beerenstiel.

Tafeltrauben und Klimawandel

Wärmere Temperaturen und eine längere Vegetationsperiode sowie eine raschere Reifezeit der Trauben tragen dazu bei, dass Reben nicht nur in milden Weinbaugebieten gepflanzt werden können, sondern auch in weniger günstigen Lagen. Hier verwenden Sie frühreifende Sorten mit einer Reifezeit ab August bis Mitte September. Der Klimawandel birgt auch Risiken. Spätfröste im Mai sowie Hagel und Starkregen während des Sommers können die Blüte und später die Ernte gefährden. Sehr starke Sonneneinstrahlung und Hitze verursachen Sonnenbrand an den Beeren wie auch an manchen Blättern. Dies bedarf der Anpassung der Laubarbeiten im Sommer. Ausreichende Beschattung der Früchte und Blätter kann hier Abhilfe schaffen.