Gartentipp
Frühling im Herbst
14. September 2026

Lust auf Frühling? Angesichts voller Erntekörbe und milder Temperaturen momentan kaum vorstellbar. Doch jetzt ist Zeit sich für einen bunten Frühling einzudecken, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Die Auswahl an frühlingsblühenden Zwiebelblumen ist nun riesig.

Nach den trüben Wintermonaten schmücken bunte Blumen den Garten. Gesunde Pflanzzwiebeln, eine gute Bodenvorbereitung und die richtige Pflanzung sind Voraussetzungen für ein üppiges Blütenmeer im kommenden Jahr.

Bunter Jahresbeginn

Wie schön ist es, wenn schon im Januar oder Februar erste gelbe Winterlinge und weiße Schneeglöckchen aus der Erde spitzen. Später folgen Krokusse, frühe Tulpen, verschiedene Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und viele mehr, bis ganz späte Tulpen den fröhlich bunten Abschluss im Mai und Juni bilden. Dann blühen sie mit den meist großen lila Kugeln des Zierlauchs.
Mit Zwiebelblumen lässt sich gestalten: entlang eines Zaunstückes ein Band aus gelben Narzissen, Beeteinfassung mit bunten Tulpen oder Ornamente mit Elfenkrokus im Rasen, Farbaspekte unterschiedlicher Höhe im Staudenbeet. Wenn die Blätter der Zwiebelblumen vergilben, werden diese von den heranwachsenden Stauden und Gräsern verdeckt und die Zwiebeln ruhen bis zum nächsten Frühjahr. Die Blüten von Winterling, Schneeglöckchen und Krokus sind auch erste Nahrungsquellen für Hummel, Honigbiene und Co.

Blumenzwiebeln-Einkaufstipps

Im Gartenfachhandel, den Gartencentern und selbst im Supermarkt liegen oder hängen nun eine Vielzahl Tüten, gefüllt mit Zwiebeln der beliebten Frühlingsblüher. Die Auswahl ist riesig, sodass es oft schwerfällt sich zu entscheiden. Spezialfirmen bieten meist über das Internet an. Hier findet man oft ausgefallene Sorten und besondere Zwiebelblumen.

Entscheidend für den Erfolg im Frühjahr ist unter anderem die Qualität der Blumenzwiebeln. Kaufen Sie nur gesunde feste Zwiebeln, die weder weiche noch kranke Teile oder Fraßschäden aufweisen. Bevorzugen Sie dicke Zwiebeln, da sie meist größere Blüten oder mehr Blütenstände bilden. Der Kauf und die Pflanzung im (Früh-)Herbst (September/Oktober) sind vorteilhaft. Durch lange, aber auch unsachgemäße Lagerung büßen die Zwiebeln an Qualität ein. Können Sie nicht gleich pflanzen und müssen die Zwiebeln lagern, dann beachten Sie: Zu warme, zu feuchte oder zu trockene Aufbewahrung führt zum Verlust der Triebkraft. Unter ungünstigen Lagerverhältnissen können sich Pilzerkrankungen, wie die Penicillium-Zwiebelfäule, schnell ausbreiten. Geeignet ist ein luftiger, mäßig warmer (circa 18 °C) und dunkler Platz. Öffnen Sie dicht verschlossene Packungen und lagern Sie die Blumenzwiebeln nicht gemeinsam mit Äpfeln, da diese durch ihr ausströmendes Reifegas Ethylen die Zwiebeln zum vorzeitigen Austreiben anregen.

Tipps für die Pflanzung

September und Oktober sind optimale Pflanzmonate. Aber durch den Klimawandel ist es teilweise auch noch im November möglich Zwiebeln im Garten oder auch in Gefäßen zu „verstecken“. Ein früher Pflanztermin jedoch führt bei fast allen Arten oft zu einem besseren Blühergebnis. Der noch warme Boden fördert die Wurzelbildung. Ein leicht feuchter Boden erleichtert die Gartenarbeit.

Es gilt die Faustregel: Pflanzen Sie zweimal so tief wie die Zwiebel hoch ist und zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Pflanzen Sie größere Zwiebeln einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Alle Zwiebelblumen brauchen einen durchlässigen Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Auf schweren Böden ist es deshalb ratsam, eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einzubringen oder zumindest die Erde im Pflanzloch mit Sand zu mischen. Die meisten Zwiebelpflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige fühlen sich auch im Schatten oder manche sogar im Rasen wohl, wo sie verwildern wie der „Elfenkrokus“. Im Rasen sticht man eine Rasensode in passender Größe ab, steckt die Zwiebeln und deckt das Pflanzloch mit der Sode wieder zu.

Blumenzwiebeln sind leider die Leibspeise von Wühlmäusen. Wer Probleme hat, legt die Zwiebeln gruppenweise in spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff oder Drahtkörbe und versenkt sie im Gartenboden.