Gartentipp
Streuobst - wertvoll und vielfältig
21. September 2026

Es ist die Zeit der Apfel- und Birnenernte. Nicht nur im Garten locken schmackhafte Früchte, bei Spaziergängen oder Radtouren entdeckt man leuchtende Äpfel an den Bäumen. Streuobstwiesen prägen die Landschaft. Sie sind wertvolle Lebensräume, die es zu erhalten und zu pflegen gilt, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Streuobstwiesen stehen für biologische Vielfalt. Nicht nur die Obstbäume, sondern auch die nur ein- bis zweimal jährlich gemähten Wiesen mit Gräsern und oft seltenen Pflanzen sorgen für Artenreichtum an Flora und Fauna.

Vielfältiges Streuobst

Streuobstbäume mit hohem Stamm und ausladenden Baumkronen stehen meist auf einer Wiese. Die Gehölze unterschiedlichen Alters sind in Reihen oder mit großem Abstand zueinander gepflanzt. Der Apfel dominiert durch zahlreiche Sorten. Zum Streuobstbestand gehören jedoch auch Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Kirschen, Quitten und Walnüsse. Angrenzende Heckengehölze erhöhen die Diversität des Biotops.

Überwiegend handelt es sich um meist alte oder regionale Obstsorten, die nur teilweise als Tafelobst, vor allem aber zur Verarbeitung verwendet werden wie Saft, Most, Edelbrand, Kompott, Konservenfrüchte, Kuchenbelag, Dörrobst. Ohne Streuobstwiesen wären ältere und seltene Sorten schon längst verschwunden, denn sie genügen den heutigen Ansprüchen an Optik und Geschmack nicht mehr, punkten jedoch durch ihre Inhaltsstoffe. Die Sorten stellen eine wichtige Ressource dar, die als Reservoir für zukünftige Züchtung dient.

Streuobstwiese ist Lebensraum

Streuobstwiesen produzieren nicht nur Lebensmittel, sondern bieten auch Lebensraum. Vögel, Insekten und Kleinsäugetieren finden Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in den Bäumen und angrenzenden Hecken wie auch in der Wiese und im Falllaub. Blüten sind wichtige Nahrung für die Bestäuberinsekten und Früchte, auch Fallobst, ernährt unterschiedliche Tiere.

Sie können helfen den Lebensraum zu vergrößern: Neben Hecken mit heimischen Gehölzen können am Rand der Wiese Stein- und Totholzhaufen, an trockenen, sonnenexponierten Stellen auch Trockenmauern und Sandhaufen angelegt werden. Bewuchsfreie Stellen helfen bodenbesiedelnden Wildbienen. Mit Nistkästen locken Sie Vögel in junge Bestände noch ohne natürliche Baumhöhlen. So fördern Sie Vogelarten, die Schädlinge (Frostspanner, Blattläuse etc.) an Obstgehölzen vertilgen. Sitzstangen locken Greifvögel an, die den Mäusebestand dezimieren können. Streuobst ist somit ein unverzichtbarer, jedoch gefährdeter Lebensraum.

Alte Obstbäume spenden Schatten, binden Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Die großkronigen Bäume als einzelstehende Exemplare oder in Beständen, ergänzt um Hecken, prägen das Landschaftsbild. Streuobstwiesen werden sparsam gedüngt und nur ein- bis zweimal gemäht. Es entstehen spezielle Gräser, Kräuter und Blumen, die blühen und sich aussamen können. Ihr Heu wird besonders geschätzt. Streuobstwiesen werden extensiv und damit ressourcenschonend bewirtschaftet. Dazu gehört auch das organische Düngen, z.B. durch Kompostgaben, das Mulchen, der vollständige Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz sowie das Beweisen durch Nutztiere.