Aronia, die robuste und gesunde Apfelbeere

Aronia - Früchte

Das Rosengewächs Apfelbeere wird nicht dem Beeren-, sondern dem Kernobst zugeordnet. Da sie einen kleinen-mittelgroßen Strauch bildet, kann sie jedoch problemlos in Haus- und Kleingärten gepflanzt werden.

Apfelbeeren sind reich an Vitaminen, Mineral- und Farbstoffen. Die sehr hohen Gehalte an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, u.a. oligomeren Proanthocyaniden, gelten als starke Antioxidantien und damit wirksamen Schutz gegen Gefäß-, Herz- und Kreislauferkrankungen, sowie zur Krebsvorbeuge.
Aronia melanocarpa stammt aus dem östlichen Nordamerika und gelangte auch nach Russland, wo sie züchterisch weiter bearbeitet wurde. Von dort und anderen nord- und osteuropäischen Ländern stammen die heute üblichen wichtigsten Sorten. Die Herkunft, sowie Anbau in Skandinavien sind Indizien, dass der mehrtriebige, locker aufrecht bis bogig überhängende, etwa 1,50 m hohe, bei guten Bedingungen auch 2 m erreichende Strauch gut frosthart und robust ist.
Apfelbeeren sind gut anpassungsfähig und relativ anspruchlos. Dennoch sagen ihnen pH-Wert-neutrale, humose, nährstoffreiche Böden und vollsonnige bis leicht halbschattige Stellen besonders gut zu. Auf sehr leichten, trockenen, sowie sehr kalkreichen Standorten wachsen sie mit ihrem flachen Wurzelsystem schwächer; bei Verdichtungen und Staunässe können sie „stehen“ bleiben und schnell vergreisen. Bei pH-Werten > 7 können Chlorosen auftreten. Für ein optimales Wachstum gilt es, die Pflanzscheibe offen zu halten bzw. über Sommer zu mulchen.
Eine maßvolle Düngung ist vor allem in den ersten Standjahren zweckmäßig. Später reichen Kompostgaben aus. Gießen ist nur in längeren Trockenphasen erforderlich.

Problemloses Zier- und Nutzgehölz im Garten

Da Krankheiten und Schädlinge (außer Frostspanner) bislang kaum (groß) in Erscheinung getreten sind, Frosthärte und die Anpassungsfähigkeit des Geholzes an den Standort sehr hoch sind, kann Aronia als problemlos eingestuft werden. Dennoch muss – vor allem in Anbaugegenden mit hohem Kernobstanteil – auf die Gefahr eines Feuerbrandbefalls hingewiesen werden, der durch den späten Blühzeitraum gar begünstigt wird. Hier sollten die Sträucher nach der Blüte öfter kontrolliert werden. Bei Befall ist diese Bakterienkrankheit meldepflichtig (Pflanzenschutzdienst oder Landratsamt bzw. Gartenamt kreisfreier Städte). Über Vogelfraß liegen unterschiedliche Erfahrungen vor. Die Palette reicht Standort-spezifisch von keinen (wie in unserem Versuchsgelände) bis hin zu massiven Fraßschäden.
Als selbstfruchtbare Art können Apfelbeeren alleine stehen. Eine 2. Sorte (Pflanzabstand etwa 2 m) sorgt jedoch für noch besseren Ertrag, der ab 5. Standjahr unter „Gartenbedingungen“ mit 5 – 8 kg angegeben werden kann. Im Erwerbsanbau kann mehr erzielt werden.
Auch Erziehung und Schnitt gestalten sich einfach. Wie bei einem Johannisbeerstrauch ist auch hier primär Auslichten angesagt: ältere, dickere, aber auch zu dünne Triebe bodennah abschneiden; Triebe nicht einkürzen, außer beim Pflanzschnitt. Ausläufer können auftreten und sollten entfernt werden. Der Busch sollte locker, licht aufgebaut sein, damit sich auch im Inneren Blüten bilden. Neben Straucherziehung sind vereinzelt auch Stämmchen (meist auf Eberesche veredelt) im Handel vorzufinden, die zur Wirkung im Garten solitär gepflanzt werden. Sie bilden auch höhere Kronen aus.
Die Anfang bis Ende Mai erscheinenden rahmweißen Einzelblüten, welche am Ende kurzer Seitentriebe sitzen, sind in Dolden angeordnet. Dabei bilden die rot gefärbten Staubbeutel einen hübschen Kontrast. Weiterer Zierwert sind der Fruchtschmuck und eine gelb-rötliche Herbstfärbung des Laubes. Primär sind es aber die etwa 10 – 15 (20) pro Dolde gebildeten 10 – 12 mm dicken erbsengroßen „Miniäpfelchen“, die einen Anbau begründen.

Verwendung

Obwohl sie roh essbar und im Gegensatz zu Holunder nicht giftig sind, werden die trotz des hohen Zuckergehaltes (z.B. 20 – 23° Brix ≙ 85 – 95° Oechsle) sehr herb schmeckenden Beeren kaum frisch verzehrt. Sie sind reich an Vitaminen, Mineral- und Farbstoffen. Die sehr hohen Gehalte (meist die höchsten aller Obstarten!) an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, u.a.: oligomeren Proanthocyaniden, gelten als starke Antioxidantien und damit wirksamen Schutz gegen Gefäß-, Herz- und Kreislauferkrankungen, sowie zur Krebsvorbeuge. Nähere Informationen können Sie verschiedenen Webseiten entnehmen.
Auszug wichtiger Webseiten, die Infos, Gesundheitsaspekte, Inhaltsstoffe usw. über Aronia enthalten:
Aronien färben sehr, sehr stark und ihr Saft gilt als „Biofarbstoff“ bzw. natürliches Farbemittel. Schon 5% Zusatz zu Apfelsaft färben diesen violett. In zahlreichen Verarbeitungsprodukten wie Joghurt, Cremes, Backwaren sind es Zusätze von Aroniabeeren, die für die Farbe der Produkte (mit) sorgen. Der Saft wird selten rein, sondern hauptsächlich mit anderen, vor allem süßen Säften gemischt getrunken oder als Punsch mit Gewürzen versetzt. Gelee/Fruchtaufstriche können zwar pur, besser jedoch auch in Mischung mit anderen Obstarten hergestellt werden; hingegen Dessertwein und Likör „solo“. Getrocknete Früchte gelten als „Naturapotheke“ und Rosinenalternative im Müsli, Süßspeisen und Gebäck.
Bereits im August zeigen sich die Beeren äußerlich reif von violett bis dunkelblau, haben aber noch nicht alle wertgebenden Inhaltsstoffe in vollen Ausmaß gebildet. Deshalb ist es wichtig, die mehr als erbsengroßen Beeren erst gut reif (fast schwarz) mit dann höherem Zuckergehalt zu ernten, etwa Mitte bis Ende September, aber noch bevor die Beeren einzutrocknen beginnen. Das Fruchtfleisch muss ebenfalls dunkelviolett sein. Sicherheitshalber die Früchte mit Netzen vor Vogelfrass schützen.

Rezept

Aronia Milchshake
400 g Apfelbeeren
1 l Vollmilch
200 g Sahne
evtl. Zucker oder Honig
Verlesene Apfelbeeren waschen und pürieren. Mus durch ein feines Sieb passieren, den gewonnenen Fruchtsaftbrei mit der geschlagenen Sahne und der gekühlten Milch verrühren. Anschließend mit einem Handrührgerät schaumig schlagen. Je nach Geschmack mit Zucker oder Honig nachsüßen.