Tafeltraubenversuch
Seit 2002 steht der Tafeltraubenversuch der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau im Obstbau-Versuchsgelände „Stutel“ in Thüngersheim. Seit 2008 wird der Tafeltraubenversuch nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet.
Nur biologisch erzeugte Tafeltrauben haben in Deutschland gute Marktchancen (biologische Bodenbewirtschaftung, Begrünung, Düngung). Der Versuch wird gemeinsam von den Abteilungen Gartenbau und Weinbau durchgeführt.
Standort
Die ca. 40 Ar Versuchsfläche stehen am Hangfuß der Weinbaulage Thüngersheimer Scharlachberg in einer Tallage in der Nähe des Mains.
- Boden: lehmiger Sand mit 1,2 % Humus
- Jahresniederschlag: im Durchschnitt 560 mm
- Jahresdurchschnittstemperatur seit 1989: 9,7 °C
Durch die Tallage mitten im Weinbaugebiet ist ein hervorragender Prüfstandort für die Pionierarbeit der Tafeltraubenkultur gegeben: Die Lage ist Winter- und Spätfrostgefährdet. Es herrscht ein sehr großer Pilzdruck (Peronospora und Oidium) und es gibt viele tierische Weinbauschädlinge (Kräuselmilbe, Traubenwickler,Vögel, Wespen).
Aufgepflanzt sind zur Zeit ca. 1000 Stock mit einem Standraum von 3 m² je Stock. Etwa 60 Sorten werden geprüft, 7 verschiedene Erziehungssysteme stehen im Test mit unterschiedlichen Überdachungsmöglichkeiten. Seit 2010 werden feinmaschige Seiten- und Dachbespannungen zum Wespen- und Regenschutz getestet.
Biologischer Pflanzenschutz am Beispiel des Jahres 2010
- 14.04. Netzschwefel und Ölpräparat (Kräuselmilbe)
- 10.06. Netzschwefel und Kupferpräparat (Oidium, Peronospora)
- 21.06. Netzschwerfel und Frutogard (Oidium, Peronospora)
- 28.06. Netzschwefel und Frutogard (Oidium, Peronospora)
- 07.07. Netzschwefel und Kupferpräparat (Oidium, Peronospora)
- 16.07. Netzschwefel, Kupferpräparat, Bacillus thuringiensis (Oidium, Peronospora, Traubenwickler)
- 04.08. Natriumbicarbonat, Kupferpräparat, Bacillus thuringiensis (Oidium, Peronospora, Traubenwickler)